Geilenkirchen: Marihuana gegen Schuppenflechte konsumiert

Geilenkirchen : Marihuana gegen Schuppenflechte konsumiert

Mit einem sicher ungewöhnlichen Fall hatte sich das Schöffengericht auseinander zu setzen. Dabei waren die Zutaten alles andere als außergewöhnlich, denn eine 43-jährige Angeklagte war im März vergangenen Jahres am Grenzübergang Marienberg aus den Niederlanden kommend mit 148,5 Gramm Marihuana erwischt worden.

Sie hatte an Ort und Stelle den Polizeibeamten erklärt, dass sie die Drogen aus Geldmangel eingeführt habe. Die schlossen daraus, dass sie als Arbeitslosengeld-II-Empfängerin das Marihuana in ihrer süddeutschen Heimat verkaufen wolle.

Das aber widerlegte die Angeklagte in der Hauptverhandlung so eindrucksvoll, dass die Anklage während der Verhandlung nur noch auf die Einfuhr der Drogen beschränkt wurde. Der ebenfalls vorgeworfene Verbrechenstatbestand des Handeltreibens wurde auf Antrag von Staatsanwalt Hubert Herwartz eingestellt.

„Ich leide seit meinem 18. Lebensjahr an Schuppenflechte”, erklärte die Angeklagte in der Hauptverhandlung. 1997 sei sie auf einer Party gewesen, bei der Marihuana geraucht worden sei. Sie habe festgestellt, dass ihr diese Droge besser als alle Medikamente gegen ihre Schuppenflechte helfe. Seit dem Jahr 2000 sei diese Krankheit nicht mehr aufgetreten.

„Ich habe mir im süddeutschen Raum immer wieder Marihuana besorgt. Das ist im Laufe der Zeit aber einfach zu teuer geworden.” Deshalb habe sie den Entschluss gefasst, nach Maastricht zu fahren, wo Marihuana nicht nur zu einem deutlich günstigeren Preis, sondern auch in erheblich besserer Qualität angeboten werde. Das Marihuana in einer Menge von 150 Gramm habe sie für 600 Euro gekauft. Es sei ausschließlich zum eigenen Gebrauch bestimmt gewesen.

„Die Angeklagte wird zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt”, erklärte Richter Anselm Pütz. „Es handelt sich sicher um einen minderschweren Fall, weil die Angeklagte das Marihuana gegen ihre Schuppenflechte konsumiert, was die Krankheit erträglicher macht”, begründete der Richter das milde Urteil.

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