Geilenkirchen: Maria Hilf will weiter dezentralisieren

Geilenkirchen: Maria Hilf will weiter dezentralisieren

Vom kleinen Kloster „Maria Hilf” zum modernen Dienstleistungsunternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen mit neuen, wegweisenden Plänen: 1869 entsandte die Genossenschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi drei Ordensschwestern nach Gangelt, die sich um die ambulante Krankenpflege und um die Erziehung und Ausbildung der weiblichen Jugend kümmern sollten.

1873 wurde die erste Kranke in das kleine Haus der Schwestern aufgenommen. „Die Schwestern sollten der notleidenden Bevölkerung beistehen”, blickt Dieter Erfurth, Geschäftsführer der Maria Hilf NRW gGmbH mit Sitz in Gangelt, auf die Geschichte der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf zurück. Heute, 141 Jahre später, sind hier 925 Mitarbeiter, davon 60 Auszubildende, beschäftigt. Damit sind die Gangelter Einrichtungen einer der größten Arbeitgeber im Kreis Heinsberg.

Gleicher Auftrag

Zwar sind die Gangelter Einrichtungen im Laufe der Jahrzehnte expandiert, aber der Auftrag hat sich nicht geändert. „Es ist immer noch die Ausbildung. Und auch die Alten- und Jugendhilfe sind noch Themen”, erklärt Erfurth. Und Martina Flügel, Pressereferentin der Maria Hilf NRW gGmbH, unterstreicht: „Wir arbeiten im Dienste des Menschen.”

Derzeit werden in den Gangelter Einrichtungen Maria Hilf rund 1590 psychisch-kranke, behinderte und alte Menschen betreut. Allein 1400 Menschen werden hierbei im Bereich der so genannten Eingliederungshilfen (Hilfen für Menschen mit Behinderungen) stationär oder ambulant betreut.

Waren es 2003 noch 70 Menschen, die in ihren eigenen Wohnungen lebten, aber im Alltag Hilfe benötigten, sind es heute schon 1000 im gesamten Kreis Heinsberg, im nördlichen Teil des Kreises Aachen und in den südlichen Teilen der Kreise Mönchengladbach und Viersen.

„Der Gesetzgeber will, dass sich die stationären Einrichtungen verkleinern und ambulante Leistungen in Anspruch genommen werden, weil die Menschen so eigenständiger leben können. Im ambulanten Bereich wird ein riesiges Wachstum erwartet”, blickt Erfurth auf die weitere Entwicklung.

Mit dem Kostenträger, dem Landschaftsverband Rheinland, hat Erfurth ein Programm entwickelt, um den stationären Bereich in Gangelt zu reduzieren und mehr Außenwohngruppen oder ambulante Hilfe zu schaffen. Fest steht: Um weiter zu dezentralisieren, wird bald eine Wohnstätte in Heinsberg gebaut. In Gangelt selbst wird eine Altenhilfeeinrichtung für geistig Behinderte entstehen.