Übach-Palenberg: Malerin Helga Palmisano zeigt in Schloss Zweibrüggen Kunst zum Genießen

Übach-Palenberg: Malerin Helga Palmisano zeigt in Schloss Zweibrüggen Kunst zum Genießen

Die Bilder von Helga Palmisano sind Katalysatoren der Lebenslust. Ihre Malerei als sinnliches Vergnügen und als Kunst zum Genießen dominiert bei der dritten diesjährigen Präsentation des Künstler-Forums Übach-Palenberg bis zum 11. Oktober Schloss Zweibrügen.

48 Unikate in Öl auf Leinwand aktuell und aus den letzten zwei Jahren in Klein- bis Großformat mit Titeln wie etwa „Schwein gehabt”, „Ohne Augen hört man”, „Venedig”, „Schieflage”, „Obstsalat”, „Viva la vida”, „Schrittmacher II” oder „Von Sinnen” lassen in den einzelnen Räumen Kunst bewusst sehen. Die Bilder laden zum Träumen und Erleben ein, lassen wachsam und neugierig sein.

Erste Gelegenheit hierzu bestand bei der Vernissage. Stellvertretende Vorsitzende Hedi Klee hieß neben Mitgliedern und Kunstinteressierten insbesondere den Aachener Kunsthistoriker Dr. Dirk Tölke, der in das Wirken der 1966 in Aachen geborenen Künstlerin einführte, sowie das Gitarrenduo Renaud Marquart und Martin Rohdich willkommen.

Helga Palmisano studierte bis 2005 Malerei bei verschiedenen Künstlern in Düsseldorf. Sie lebt und arbeitet seither als freischaffende Künstlerin und Dozentin in Aachen und gehört seit 2007 dem Vorstand des Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) Aachen/Euregio an.

Sie ist in der Kunstszene kein unbeschriebenes Blatt, ihre Arbeiten waren seit 1999 bei diversen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Einige Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen. 2007 erhielt sie einen Preis des Wilhelm-Fabry-Museums in Hilden. „Helga Palmisano malt gegenständlich und im ersten Anschein photorealistisch. Sie bleibt konkret.

Zwei Zielrichtungen lassen sich dennoch erkennen: Stillleben und Lebens-stil. Sie sehen zum einen Detailvergrößerungen von Naturobjekten und Naturprodukten: saftige, sinnlich farbschwelgerische Bilder voller Lebensmittel und Lebensfreude, die mit süffigem Glanz und kandiertem Licht eine latente Wirklichkeitsentfremdung bekommen, aber dennoch nicht klinisch und künstlich wirken, sondern sinnlich-sehnsüchtige Begierde erzeugen”, so Dr. Tölke.

Zum anderen schildere Helga Palmisano in matter Zurückhaltung, aber mit wohlgesetzter, gedeckter Buntfarbigkeit Situationen, die atmosphärischen Nachgeschmack atmen oder Zustandsprotokolle von Gemütsverfassungen verbildlichen.

Misshagen und Befremden

Palmisanos Fokus auf das Leben, so Tölke weiter, registriere nämlich ebenso seismographisch Stimmungen von Betroffenheit, Misshagen und Befremden, wenn es um tagespolitische Ereignisse gehe. Dr. Tölke verwies darauf, dass bei dieser Werkreihe ihre Bildmittel eher den verschwommenen Erinnerungsbildern mit latenter Lückenhaftigkeit und fokussierter Unschärfe ähneln.

Trotz der Unschärfe bleibe der Kontext in den Gemälden stets sichtbar. Helga Palmisanos Werke versuchen darüber hinaus die Intensität der Lebenslust zu bannen. „Für Helga Palmisano haben diese Bilder auch den Charakter eines persönlichen Tagebuchs der Empfindungen. Für diese Intention selektiert sie Momente und Mikrokosmen und zelebriert diese auf Leinwand.

Ihr Stilmittel ist die Konturunschärfe verschmelzender Farbübergänge, eine Verwischungsstrategie, die nach dem griechischen Wort für Nebel Nephelismus benannt ist.”

Bis zum 11. Oktober geöffnet

Vom Kunsthistoriker neugierig gemacht, hatten die Besucher Gelegenheit, sich beim Rundgang in den lichtdurchfluteten Räumen der Aachener Künstlerin ein eigenes Bild von der Präsentation zu machen.

Die Ausstellung des Künstler-Forums ist bei freiem Eintritt samstags und sonntags bis zum 11. Oktober jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Mehr von Aachener Zeitung