Heinsberg: LVR-Klinik Viersen eröffnet psychiatrische Tagesklinik

Heinsberg: LVR-Klinik Viersen eröffnet psychiatrische Tagesklinik

Im Rahmen einer Feierstunde in der Cafeteria des städtischen Krankenhauses hat die LVR-Klinik Viersen in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses an der Genneper Straße ihre Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit angeschlossener Ambulanz offiziell eröffnet.

Seit Jahresbeginn stehen hier an fünf Tagen in der Woche zwölf Therapieplätze für Kinder und Jugendliche in psychischen Krisen oder länger andauernden Belastungssituationen zur Verfügung, bei denen ambulante Hilfe alleine nicht ausreicht. Das Spektrum der Diagnosen reicht von Aufmerksamkeitsstörungen mit vermehrter Unruhe bis hin zu Selbstwertkrisen und depressivem Rückzug. 14 Mitarbeiter arbeiten in der Klinik. Dazu gehören eine Ärztin, Psychologinnen, Pflege- und Erziehungskräfte sowie Fachtherapeuten für Heilpädagogik, Bewegungs- und Musiktherapie.

Martina Wenzel-Jankowski, Dezernentin des Klinikverbunds, ließ zunächst die Geschichte der Klinik noch einmal Revue passieren. Diese habe schon 2002 mit ersten Planungen begonnen, durch Pro-bleme zunächst mit einer Kontamination des Erdreichs und dann mit der Raumluft in dem fertigen Passivhausbau habe die Inbetriebnahme der Klinik sich aber bis auf den Jahresanfang verzögert.

Der Neubau in Heinsberg, für den der LVR 2,5 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert hat, stehe für die „regional orientierte Weiterentwicklung und Verbesserung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung im Rheinland”, betonte Monika Berten als Vorsitzende des Krankenhausausschusses 3 der Landschaftsversammlung Rheinland. Die Behandlungskapazitäten seien allerdings auch weiterhin nicht bedarfsdeckend. Zudem würden die Mitarbeiter in den Kliniken unter einem ganz erheblichen Leistungsdruck stehen, merkte Berten durchaus kritisch an.

Als einen „Quantensprung in der Versorgung des Kreises Heinsberg” bezeichnete Kreisdirektor Peter Deckers die neue Klinik. Dankbar sei man darüber hinaus, dass die vor neun Jahren in Erkelenz eingerichtete Ambulanz der LVR-Klinik Viersen trotz der neuen Klinik weitergeführt werde, betonte er.

Im Zentrum der Innenstadt sei in den vergangenen Jahren ein beachtliches „Medizin-Areal” entstanden, das jetzt durch die Tagesklinik ergänzt werde, freute sich Bürgermeister Wolfgang Dieder. Besonders würdigte er die enge Kooperation von Tagesklinik und Krankenhaus, die in einem Kooperationsvertrag geregelt ist. Dieser erstreckt sich über Leistungen für die Betreuung der baulichen Infrastruktur ebenso wie auf Leistungen durch das Krankenhaus in Bezug auf Diagnostik und Therapie, etwa in Form von Röntgenaufnahmen und Laborservice sowie der Essensversorgung. Hinzu komme eine enge Kooperation mit Jugendamt, Schulen und ortsansässigen Therapeuten.

„Wir sind froh, in Heinsberg angekommen zu sein”, beschloss Dr. Michael Buscher, Chefarzt der LVR-Tagesklinik in Heinsberg, den Reigen der Festredner. Im Heinsberger Krankenhaus habe er „freundliche Nachbarn” gefunden, die ihn immer kooperativ unterstützen würden. „Wir wollen hier gute und lernende Partner sein”, erklärte er, „denn ein Erfolg hängt immer vom Mannschaftsspiel ab.” Nach der offiziellen Schlüsselübergabe besichtigten die Gäste der Feierstunde die neue Klinik. Für die musikalische Gestaltung hatten drei Musiktherapeutinnen gesorgt.

Insgesamt elf Tageskliniken für Kinder

Der LVR Klinikverbund betreibt insgesamt elf kinder- und jugendpsychiatrische Tageskliniken, davon sieben dezentrale Einrichtungen. Die LVR-Klinik Viersen eröffnete im Jahre 2000 die erste dezentrale Klinik in Krefeld. 2008 folgte eine in Mönchengladbach, 2009 eine in Neuss. Die Klinik in Heinsberg ist die vierte Tagesklinik der LVR-Klinik Viersen.

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