Gangelt-Schierwaldenrath: Lustige Geschichten aus dem Lehrerleben in Buch gesammelt

Gangelt-Schierwaldenrath: Lustige Geschichten aus dem Lehrerleben in Buch gesammelt

Günther Heim war fast 40 Jahre lang Grundschullehrer. An ein besonderes Schlüsselerlebnis denkt er heute noch zurück. Seine Klasse schimpfte gerade über die Lehrer, als er das Klassenzimmer betrat.

Heim wunderte sich, dass die Kinder auch in seiner Gegenwart einfach weiter schimpften und verwies darauf, dass er doch auch ein Lehrer sei. Darauf meinte Schüler Guido: „Du bist kein Lehrer, du bist ein vernünftiger Mensch!“ Das war 1980.

Auch mit amüsanten Kopfbedeckung war er noch eine Respektsperson: Günther Heim. Repro: defi

Kladde voller Erinnerungen

Und wie so oft in seinem Berufsleben ging Günther Heim auch an diesem Tag nach Hause, nahm seine Kladde hervor und vermerkte die kleine Anekdote. Aus den kleinen Notizen hat Günther Heim jetzt ein Buch geschrieben. Erstellt habe das Buch eigentlich seine bessere Hälfte Ingrid.

Heim hat aufgeschrieben, was während seiner Dienstzeit von 1972 bis 2011 passierte. Vor allem aber war er mitverantwortlich für den Spaß, den die Kinder und ihr Lehrer „Heimi“ in der Schule hatten. „Lustiges aus meinem Lehrerleben“ heißt die Sammlung von etwa 100 kleinen Anekdoten, die nun veröffentlicht werden — zur Freude der „Betroffenen“ und sicherlich vieler anderer Menschen, die bei der Lektüre lachen werden.

Günther Heim war aus Köln nach Schierwaldenrath gekommen. Ein Jahr unterrichtete er zunächst in Schierwaldenrath wechselte dann zur Katholische Grundschule Birgden. „Eigentlich wollte ich gar nicht bleiben, aber die ließen mich nicht mehr weg“, lacht Günther Heim.

Probelesen mit alten Schülern

Vanessa Krichel (Schülerin von Heim zwischen 1981 bis 1985), Robert Kofferath (sein Schüler von 1973 bis 1977) und Sven Pasch (von 1985 bis 1989 Schüler bei Günther Heim) trafen sich bei Familie Heim in Schierwaldenrath, um schon mal einen ersten Blick ins neue Buch zu werfen.

Wie früher in der Schule wurde viel gelacht. Vanessa Krichel und Sven Pasch sind selber Lehrer geworden, Robert Kofferath ging zur Krankenkasse. Alle drei erinnern sich gerne an die Zeit in der Schule und anschließend an die Klassentreffen und das ein oder andere Bierchen mit ihrem Lehrer Heimi. Vanessa Krichel vergibt die Bestnote: „Ich hatte den besten Lehrer aller Zeiten.“

Wie er zu seinem Spitznamen Heimi kam, verrät Günther Heim in seinem neuen Buch. Es war bei der Gespensterjagd beim Jugendherbergsaufenthalt 1977 in Gemünd, als die kleine Birgit mit dem Hilfeschrei „Heimi, Heimi, Hilfe, Hilfe, ich bin sonst verloren!“ den Spitznamen in die Welt setzte. Heim sah sich immer mehr als Partner der Schüler, der die Führung in der Gruppe übernahm. Bis heute zollen ihm seine ehemaligen Schüler noch Respekt für das Vertrauen, das er ihnen entgegenbrachte.

Lockere Atmosphäre

„Diese Erlebnisse mit den Kinder konnten nur entstehen, weil die Atmosphäre in den von mir geführten Klassen eine besondere war. Dazu gehörte auch, dass deftige Wörter aus der Umgangssprache nicht unterdrückt wurden“, erinnert sich Günther Heim. Das Buch hat er seinen ehemaligen Schülern gewidmet. Sein Dank gilt den ehemaligen Schulleitern Karl Eßer und Josef Joerißen, „die mir alle Freiheiten im Unterricht ließen und nie versuchten, mich zu disziplinieren.“