Geilenkirchen: Lob vom Kommandeur der Kanadischen Unterstützungseinheit

Geilenkirchen: Lob vom Kommandeur der Kanadischen Unterstützungseinheit

Ein Aufmarsch der Prominenz zeichnet alljährlich den Neujahrsempfang des Zentrums für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw) und der Kanadischen Support Unit Europe aus.

Neben den Bürgermeistern Thomas Fiedler (Geilenkirchen) und Herbert Corsten (Selfkant) sowie stellvertretenden Bürgermeistern verschiedener Kommunen aus dem Kreis Heinsberg, waren Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers (CDU) und Landtagsabgeordneter Bernd Krückel (CDU) und der stellvertretende Landrat des Kreises Heinsberg, Wilhelm Paffen, der Einladung der beiden Kommandeure gefolgt. Zahlreiche hohe Militärs sowie Vertreter aus Politik, von Behörden und Organisationen und des öffentlichen Lebens hatten ebenfalls den Weg in die Selfkantkaserne gefunden.

Der Kommandeur des ZVBw, Brigadegeneral Jürgen Beyer, warf einen Blick in die Arbeit der Abrüstungsorganisation, wobei 2014 das bisher ereignisreichste Jahr des ZVBw gewesen sei. Besonders die Ereignisse von Ostern seien noch in Erinnerung, als ein internationales Team unter Führung von Oberst Axel Schneider in der Ukraine in Geiselhaft genommen und festgehalten wurde. Damit ist Geilenkirchen deutschlandweit in aller Munde gewesen, und in diesem Zusammenhang hat auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das Zentrum besucht.

„Diese Krisensituation hat unser Zentrum zusammenrücken lassen“, machte der Kommandeur deutlich. Die Anteilnahme aus allen Bereichen, insbesondere aber auch aus der Region, an dem Schicksal sei überwältigend gewesen und habe dem ZVBw sehr geholfen, diese schwierige Phase zu überstehen.

In 2014 habe das Zentrum 127 unterschiedlichste Rüstungskontrollmaßnahmen erfolgreich durchgeführt. Die Maßnahmen beinhalteten Begleiteinsätze für Inspektionsteams auf nationaler und internationaler Ebene, Inspektionen im Ausland und Teilnahmen an internationalen Projekten und Konferenzen in aller Welt. „Dabei haben wir den guten Namen des ZVBw und der Stadt Geilenkirchen in die Welt hinaus getragen“, sagte Jürgen Beyer. Angehörige des Verifikationszentrums hätten deutsche Rüstungskontrollinteressen unter anderem auch in Myanmar, Mosambik, Kenia und Südsudan vertreten. Das Zentrum habe zudem die Vernichtung syrischer Chemiewaffen in Deutschland kontrolliert, diese Aufgabe werde auch 2015 fortgesetzt.

Bei besonderen Einsätzen seien in 2014 Soldaten des ZVBw auch in Mali, Usbekistan und Kosovo eingesetzt worden, wobei diese insgesamt 638 Einsatztage erbracht hätten. Mit Blick auf den negativen Einfluss der Ukraine-Krise war für den Brigadegeneral klar: „Der Ton innerhalb der OSZE ist rauer geworden.“ Derzeit könne nicht abgesehen werden, wann wieder alle Nationen bereit seien, konstruktiv mitzuarbeiten. Dies habe auch Auswirkungen auf die im ZVBw zu bearbeitenden Verträge und Abkommen. Der Ausbau des Zentrums zu einer internationalen Ausbildungsstätte gehe mit großen Schritten voran. Aber auch die Umstrukturierung des ZVBw sei in vollem Gange.

In der folgenden Ansprache lobte der Kommandeur der Kanadischen Unterstützungseinheit für Europa, Oberstleutnant Patrick Feuerherm, den Geist der Freundschaft und Kameradschaft in der Selfkantkaserne, bevor sich die rund 150 Gäste dem geselligen Teil zuwendeten.

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