150. Geburtstag: Literaturzeit über Leben und Werk von Else Lasker-Schüler

150. Geburtstag : Literaturzeit über Leben und Werk von Else Lasker-Schüler

Die Literaturzeit Geilenkirchen lädt am Donnerstag, 14. Februar, von 10 bis 12.15 Uhr zu einem kostenlosen Vortrag mit Gespräch über Else Lasker-Schüler in das Evangelische Gemeindehaus, Konrad-Adenauer-Straße 83 in Geilenkirchen ein.

Referentin ist Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich. Vor 150 Jahren wurde Else Schüler in Wuppertal geboren. Die Kindheitsjahre waren ihre goldenen Zeiten, das Haus der Eltern in der Sadwostraße ging vom Garten steil in den Wald über. Mit Jungen spielen gehörte ebenso zu ihrem Leben wie verächtliche Judenparolen anhören: „Jud, Jud, Jud hast Speck gefressen – spuck ut, spuck ut.“ Was zu Beginn harmlos wirkte, entwickelte sich zum Schreckensszenario, aus dem sie später fliehen musste.

Dazwischen sattes Leben in heftigen Wogen, oft ohne Geld, aber mit überschäumender Phantasie und einem hingebungsvollen Lieben voller Glück und voller Schmerz im Herzen. Früh lebte sie in mehreren Welten – da gab es die reale, die sie etwa in „Die Wupper“ beschrieb und die grenzenlosen Welten der Phantasie, in der sie zum Beispiel als Jussuf von Theben lebte.

Wenn man sich in ihre Lyrik und schriftstellerische Arbeiten vertieft, bedeutet das, ihr in diese Welten zu folgen. Da verliert man schon mal die Orientierung, doch reizt es, sich in den Welten umzuschauen. „Und hätte der Liebe nicht“ bleibt bis ins Alter ein durchgängiges Thema, wobei das Gegenüber variiert. Wichtig, aber hier nur kurz erwähnt, ihre Ehemänner: der Arzt Jonathan Berthold Lasker, von dem sie fortan den Namen trägt – und Herwarth Walden, Schriftsteller, Verleger, Galerist, Musiker – in ewiger Finanznot.

Sie schrieb weiter Gedichte, Prosa und Theaterstücke, zeichnete, malte und illustrierte ihre Bücher und wurde eine zentrale Figur der künstlerischen Avantgarde in Berlin. Und so wurde sie die erste Dichterin der Moderne. 1927 stürzt sie ein tragischer Tod in eine Lebenskrise. Als der nationalsozialistische Terror für die jüdische Bevölkerung zur konkreten Lebensbedrohung wurde, floh sie. Erst nach Zürich, dann nach Jerusalem. Doch ihre Stimme verstummte nicht.

Eine Anmeldung ist erforderlich, erleichtert aber dem Veranstalter die Organisation (Tel. 02461/99660 oder eeb@kkrjuelich.de).