Geilenkirchen: Liederabend der Musikschule ein voller Erfolg

Geilenkirchen: Liederabend der Musikschule ein voller Erfolg

„Singe, wem Gesang gegeben“, heißt es in einem bekannten Sprichwort. Dass sie eine Menge davon mitbekommen haben, stellten kürzlich 18 Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 75 Jahren der Gesangsklassen von Lonneke Beersma, Migena Gjata und Olga Kreimer beim Liederabend der Musikschule in der evangelischen Kirche unter Beweis.

Ein Jahr Vorbereitungszeit war nötig gewesen, denn das Konzert enthielt teils sehr schwierige Sopran-Arien, die viel technisches Können erfordern. Die Vortragenden wurden vortrefflich teils von Josef Pfaffen an der Orgel, Olga Kreimer und Eduardo Tow am Klavier, Miljana Mandaric am Cello sowie Senta Kreimer auf der Geige unterstützt. Das Arrangement der Lieder hatte Wil Cremers übernommen.

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Klangschön leitete das Chorensemble, bestehend aus Stephanie Baumeister, Heike und Simone Dünkel, Mathilde Draht, Diana Heinen-Sturm, Marion Meyers und Friederike Riediger, das Konzert mit „Hebe deine Augen auf“ aus „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein, und Mathilde Draht und Olga Kreimer beeindruckten mit „Panis angelicus“ von Cesar Franck, das ursprünglich zur Einführung des Fronleichnamsfestes von Thomas von Aquin verfasst wurde. Nicole Pfeifer glänzte im Anschluss mit „Già il sole dal gange“ von Alessandro Scarlatti, während Mathilde Draht mit „Domine Deus“ aus „Gloria“ von Antonio Vivaldi gefiel.

Zauberflöte und La Traviata

Weiter ging es mit Opern-Arien: Laura Heinen brachte glaubhaft die Verzweiflung Paminas in „Ach, ich fühl‘s“ aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart zum Ausdruck, wohingegen Laura Wurm den erschütternden Abschied Violettas von ihrer Vergangenheit „Addio del passato“ in „La Traviata“ von Giuseppe Verdi visualisierte. Nach diesen dramatischen Geschehnissen konnte sich das Publikum in der Natur entspannen: Marion Meyers und Katrin Schovenberg bewunderten mit sanften, doch kraftvollen Stimmen „Das Veilchen“ von Johann Friedrich Reichhardt und Johann Wolfgang von Goethe, und Helmut Heuschen liebäugelte gekonnt mit dem „Heideröslein“ von Franz Schubert und Goethe, während Stephanie Baumeister und Mathilde Draht lieber fröhlich und augenzwinkernd „Im Wald“ verweilten.

Noch mehr Entspannung sollte jedoch den Gästen die bekannte Weise „Es tönen die Lieder“ bringen, denn Olga Kreimer forderte sie auf, mitzusingen. „Doch zuerst Atemübungen“, verlangte sie. „Aufstehen, Arme hoch! Hände auf den Bauch! Bewegt er sich? Dann ist‘s gut! Und jetzt singen Sie!“ Schmunzelnd leisteten die Zuschauer Folge und bald schallte das Lied unter ihrem Dirigat in dreistimmigem Kanon durch das Kirchenschiff.

„Hallelujah“ aus „Shrek“ von Leonard Cohen war Katrin Schovenbergs Antwort darauf — ein Lied, das sie barfuß, auf einem kleinen Teppich stehend, einfühlsam darbot und damit einige Musicalnummern einleitete: Linda Tholen ließ die Indianerprinzessin „Pocahontas“ in „Colors of the wind“ von Alan Menken die Schönheiten ihrer Heimat schildern und Ronja Schiele ein Mädchen mit „I dreamed a dream“ aus „Les Miserables“ von Claude-Michel Schönberg zu Wort kommen, das an glückliche Tage zurückdenkt. Friederike Riedigers „Du allein“ aus „Starlight Express“ und Elsa Böttchens „Wishing you were somehow here again“ aus „Phantom der Oper“, beide Stücke von Andrew Lloyd Webber, zeigten hingegen, was die Kraft der Liebe vermag. Dem konnte Heike Dünkel mit „No matter what happens“ aus dem Film „Yentl“ von Isaac Bashevis Singer, das sie teils mit geschlossenen Augen darbot, nur zustimmen.

Diana Heinen-Sturm, mit einer kessen Kapitänsmütze auf dem Kopf, animierte sodann „Die Kinder des Kapitän Grant“ von I. Dunajevsky, schwungvoll über sein Leben zu erzählen, während Melanie Prikmann die „Eiskönigin“ von R. Lopez mit „Let it go“ über eine schwere Entscheidung reflektieren ließ, dem sich Michelle Schmidt mit dem Pop-Song „Skinny love“ von Birdy gefühlvoll anschloss.

Träume und Temperament

Dass es mit dem Ruhm nicht immer einfach ist, brachte Simone Dünkel mit „Out here on my own“ aus „Fame“ gekonnt zum Ausdruck, ehe das Chorensemble die Zuhörer zu einer Traumreise „Over the rainbow“ von H. Arlen einlud. Weiter ging es mit dem Träumen, denn Margeaux Marggraf verstand es mit „Vocalise“ von Elena Sokolovski, diese Stimmung anrührend zu verstärken.

Temperamentvoll in die Wirklichkeit zurückgeholt wurde das Publikum von Marion Meyers mit „Habanera“ aus „Carmen“ von George Bizet und Stephanie Baumeister mit „Una voce poco fa“ aus „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini, dem sich Margeaux Marggraf und Marion Meyers als vorzüglich harmonierendes Duett „Lisa und Pauline“ aus „Pique Dame“ von Peter Tschaikowski anschlossen. Mit Glöckchen bat das Chorensemble am Ende „Küss mich, halt mich, lieb mich“ aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ von Karel Svoboda, was in den tosenden Schlussbeifall mit Standing Ovations und Jubelrufen des restlos begeisterten Publikum überging.