Geilenkirchen: Lesestoff in den Pausen beim Spazieren

Geilenkirchen: Lesestoff in den Pausen beim Spazieren

Spaziergänger oder Radfahrer laufen bei einer Ruhepause vor der idyllisch gelegenen Burg Trips künftig Gefahr, dass sich ihr Aufenthalt unfreiwillig verlängert. Denn die Stadt Geilenkirchen hat jetzt mit einer so genannten Lesebank einen Anreiz geschaffen, der zum noch längeren Verweilen einlädt.

Eine mit Büchern ausgestattete Box aus Aluminium hebt sich zwischen den bereits seit zwei Jahren in der Nähe des Eingangsbereichs zur Vorburg platzierten beiden Bänken hervor.

In der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses der Stadt hatte Büchereileiterin Antonia Zaharanski die Lesebank als „neue Form der Leserwerbung” angekündigt und lobte in diesem Zusammenhang ihre Stellvertreterin Nadine Sadlowski, auf deren Entwurf diese Lesebox zustande gekommen ist.

Schnell umgesetzt

Zusammen mit Bürgermeister Thomas Fiedler war sie glücklich über die schnelle Umsetzung der Idee, die zurück geht auf einen Besuch des SPD-Fraktionsvorsitzenden Horst-Eberhard Hoffmann in der Schweiz. Dieser hatte zusammen mit Ehefrau Karin in Davos eine „ähnliche Konstruktion” entdeckt, die den Menschen die Möglichkeit des Bücher-Lesens an außergewöhnlichen Orten einräumt.

Von diesem „Schweizer Modell” waren die Geilenkirchener Urlauber derart angetan, dass sie diese besondere Art der Unterhaltung ihrer Stadtverwaltung unterbreiteten. Gesagt, getan - Geilenkirchen dürfte die erste Stadt in der Region sein, die eine solche Lesebank anbietet.

Zum Wochenbeginn übergaben Bürgermeister Thomas Fiedler und Beigeordneter Herbert Brunen diese „lesenswerte Installation”, wie es hieß, nur wenige Meter von Schlossteich entfernt, offiziell ihrer Bestimmung. Dabei auch die Initiatoren Karin und Horst-Eberhard Hoffmann. Der Ratsvorsitzende sagte ihnen sowie den Mitarbeitern des Bauhofes - Leiter Wolfgang Jansen nahm ihn persönlich entgegen - ein herzliches Dankeschön, die die Lesebox zwischen den beiden seinerzeit von der Albert-Jansen-Stiftung zur Verfügung gestellten Bänken verankerte.

Alubox in sanfter Schräglage

Wolfgang Jansen hatte sich für die Alubox eine sanfte Schräglage einfallen lassen, was „eine gute Idee war, denn nun kann Regenwasser schnell ablaufen”, lobte Thomas Fiedler. Und: Die Form der Installation müsse sich die Stadt unbedingt patentieren lassen. „Wir platzieren hier ein gemischtes Bücherangebot. Kinderbücher sind drin, aber auch Vorlesewerke, Krimis und Liebesromane”, sagt Büchereileiterin Antonia Zaharanski zum Inhalt des Koffers.

Den Befürchtungen, dass die Lesebox Vandalismus und Diebstahl ungeschützt ausgesetzt sei, hielt sie entgegen: „Wir appellieren an das Gute im Menschen.”

Antonia Zaharanski wendet sich auch an die Bürger, die für eine Bereicherung des Buchangebotes in der Lesebox sorgen wollen: „Wer Bücher spenden möchte, kann sie in der Stadtbücherei abgeben - nicht einfach in die Lesebox stecken.” Denn die Mitarbeiterinnen der Bibliothek würden eine Auswahl dessen treffen, was als guter Mix der Lesebank zur Verfügung gestellt werden kann.

Der Bürgermeister äußerte in der Runde noch andere Bedenken. Er höre fast schon die Stimmen, schmunzelte Thomas Fiedler, die da sagen würden: „Was zu Lesen gibt es - aber noch nicht mal ne Tasse Kaffee.”

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