Aachen: Lebenslang für Auftragsmörder im Waschstraßenmord

Aachen : Lebenslang für Auftragsmörder im Waschstraßenmord

Zwei Auftragsmörder sind am Montag in Aachen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass die 33 und 58 Jahre alten Männer einen 62-jährigen Waschstraßen-Besitzer aus Übach-Palenberg mit einer Eisenstange erschlagen haben. Auftraggeberin des Mordes war die Ehefrau, die untergetaucht ist. Nach ihr wird mit Haftbefehl gesucht.

Der Mord im April dieses Jahres sei „brutal, niederträchtig und menschenverachtend” gewesen, hieß es im Urteil. Die Motive waren rein finanziell: Die Frau hatte den Tätern 20.000 Euro versprochen. Nach Darstellung der Richter gab die Frau den Mord in Auftrag, weil sie im Falle einer Scheidung Geldeinbußen befürchtete.

Sie wandte sich mit ihrem Ansinnen an den 58-Jährigen, der auf dem Gelände der Waschstraße ein Bistro betrieb. Einen seiner Dauergäste überredete er dazu, die Tat mit ihm zu begehen. „Er hat ihn manipulierend und ausnutzend als Marionette für sich genutzt”, erläuterte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl.

Das Opfer sei schließlich nachts auf dem Gelände der Waschstraße in einen Hinterhalt gelockt und in seinen Privaträumen von beiden Tätern erschlagen worden. Da das Opfer auch beraubt worden war, sah die Tat zunächst nach einem Raubmord aus.

Rund einen Monat später wurden die beiden Täter festgenommen. Der jüngere der beiden, verheiratet und Vater eines achtjährigen Kindes, legte sofort ein umfangreiches und detailliertes Geständnis ab. Darin belastete er nicht nur sich selbst, sondern auch den Bistrobetreiber. Dieser indes beteuerte bis zum Ende des Prozesses seine Unschuld, bezichtigte Zeugen der Lüge und beschimpfte den Staatsanwalt, seinen Beruf verfehlt zu haben.

In seinem Fall stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest. Er sei die treibende Kraft bei der Tatausführung gewesen. Gerd Nohl: „Er hat besonders verwerflich und besonders erbarmungslos gehandelt.” Minuten vor der Tat habe er dem Opfer noch ein Bier ausgegeben und den Mann dann „zielgerichtet in die tödliche Falle laufen lassen”. Die Verteidigung kündigte an, in Revision zu gehen.