Ladesäulen auf dem Loherhof in Geilenkirchen

Neue Ladesäulen : Elektromobilität auf die Erfolgssour verhelfen

Auf dem Geilenkirchener Loherhof am Pater-Briers-Weg können Besitzer von Elektrofahrzeugen an drei Säulen mit sechs Lademöglichkeiten ihr Auto mit Strom versorgen. Somit gibt es nun neben den Säulen am Rathaus eine zweite Lademöglichkeit in der Stadt.

Geilenkirchen Mehr als 500 Menschen versorgt die Firma Franz Davids auf der alten Klosteranlage Loherhof täglich mit Strom und Wärme aus regenerativer Energie. Dazu gehören rund 350 Studenten des Freshman-Instituts der FH Aachen, die auf dem Loherhof leben, die Mitarbeiter und Klienten von sozialen Einrichtungen und Weiterbildungsinstituten und seit 1994 die Angestellten und Kunden des Sportparks mit Tennis- und Badmintonhallen, Fitnesscenter und Restaurant. Den größten Teil seines Strom- und Wärmebedarfs erzeugt der Loherhof selbst und betreibt ein eigenes kleines Versorgungsnetz.

Seniorchef Franz Davids hat bereits vor 25 Jahren ein auf Nachhaltigkeit gesetztes Energiekonzept geschaffen, das Schwiegersohn Freddy Solty, Geschäftsführer des Loherhofes, und dessen Sohn Robin, der kürzlich nach einem Studium der Betriebswirtschaft und Arbeit in Kalifornien aus den USA zurückgekehrt ist, fortsetzen und ständig weiterentwickeln.

„Bereits im Jahre 1996 haben wir eine der ersten Windkraftanlagen mit 270 Kw in Geilenkirchen in Betrieb genommen“, erklärt Freddy Solty. Robin Solty fügt hinzu: „Dieses versorgt den Loherhof seit 1996 mit Strom und soll zukünftig durch eine 750 Kw-Anlage erweitert werden. Die Grundlast wird durch zwei Blockheizkraftwerke gesichert. Hinzu kommen Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von mehr als 400 Kw.“

Jetzt wollen Davids und Solty mit dazu beitragen, dass die Elektromobilität in Geilenkirchen auf die Erfolgsspur kommt. An drei Ladesäulen werden Besitzern von Elektrofahrzeugen sechs Lademöglichkeiten geboten. „Diese Säulen sind öffentlich und für jeden zugänglich“, betont Freddy Solty. Derweil betont Robin Solty, dass mit diesem Angebot kein wirtschaftlicher Gewinn gemacht werden soll: „Die Einrichtung dieser Säulen hat über 50.000 Euro gekostet und wird zu 50 Prozent von der Bundesregierung bezuschusst. Während man für das Aufladen des Elektroautos zu Hause 27 Cent pro Kilowatt Strom bezahlt, zahlt man bei uns etwa 20 Cent, weil wir unseren eigenen Strom produzieren.“ In den USA, so Robin Solty, sei man wesentlich weiter: „Da ist die Akzeptanz in der Bevölkerung wesentlich größer. In San Franzisko kann man an jeder Ecke sein Auto nachladen.“ Gerade da sehen Freddy und Robin Solty das Problem: „Es muss Ladestruktur geschaffen werden, da ist die Politik gefragt“, sagt Freddy Solty. Neben den Säulen am Rathaus gibt es nun also eine zweite Lademöglichkeit in Geilenkirchen.

(st)
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