1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Gangelt-Stahe: Kunstwerk aus 12.000 Glasscheiben

Gangelt-Stahe : Kunstwerk aus 12.000 Glasscheiben

Ein selbstbewusstes Auftreten hat er, und das wirft er auch ab und an in die Waagschale, wenn der Glasergeselle Christian Honings erzählt, wie es ihn aus der Provinz in die Welt verschlagen hat.

Dabei ist er in Zeiten, in denen man in Verbindung mit Jugendlichen zu oft von „Null-Bock-Mentalität”, von Perspektivlosigkeit oder gar von „Hartz-IV-Karriere” spricht, ein wohltuendes Beispiel dafür, dass es auch anders geht.

Ausgebildet bei der Firma Strücker in Geilenkirchen, wurde er 2001 Kammersieger bei den Glasern und zweitbester Auszubildender der IKK-Nordrhein. Darauf hätte sich der frisch gebackene Geselle doch ausruhen können. Tat er aber nicht.

Nicht nur bei vielen Künstlern weltweit ist die Kunstglaserei Derix in Taunusstein ein Markenzeichen. Auch Christian Honings kannte die Arbeiten dieser Manufaktur, die man am Ground Zero und im Rockefellercenter in New York, in einer Kapelle auf Samoa, auf der EXPO im japanischen Nagoya und darüber hinaus auf der ganzen Welt findet. „Ich bin einfach mal hingefahren, habe mich persönlich beworben, selbstbewusst meine Referenzen gezeigt und bin sofort zur Probearbeit eingeladen worden”, erzählt der junge Mann vom Rodebach.

2003 begann er mit der Arbeit an Kirchenfenstern, die dann in Deutschland und der Schweiz eingebaut wurden. Dann begann eine Arbeit, die alles in allem weit über zwei Jahre dauerte und jetzt erst, kurz vor Vertragsende bei Derix, endete. Auf Taiwan vor der chinesischen Küste entsteht eine neue U-Bahn. Für die Station „R-4” wurde aus rund 12.000 einzelnen Glasscheiben ein Wandbild mit dreidimensionaler Wirkung gefertigt. Das passierte natürlich in Taunusstein.

Der erste Derik-Trupp machte sich daran, dieses Bild vor Ort zu montieren. Im Jahre 2009, wenn die U-Bahn eröffnet wird, wird das Werk für großes Aufsehen sorgen. Eine der größten künstlich beleuchteten Glasdecken der Welt mit einem Durchmesser von rund 30 Metern und einer Fläche von deutlich über 600 Quadratmetern wird den Mittelpunkt bilden.

„Dom of Light” heißt das Werk des mexikanischen Künstlers Narcissus Quagliata. „Da habe ich mitgearbeitet”, erzählt Christian Honings und sucht immer wieder einzelne seiner über 1500 Fotos heraus, die die ein oder andere Geschichte untermauern.

Die Bildgeschichte des „Dom of Light” erzählt von Ying und Yang und davon, dass es keinen Anfang und kein Ende gibt. Das Gefühl mag Christian Honings bei seiner Arbeit in Deutschland und vor Ort auch hier und da beschlichen haben. Anderthalb Jahre arbeitete er in Taunusstein. Dann ging es nach Taiwan, wo die 1200 Felder montiert wurden.