Übach-Palenberg: Kunst von Monika Eßer zeigt „neue Wege

Übach-Palenberg: Kunst von Monika Eßer zeigt „neue Wege

Ein Besuch im Rathaus kann manchem Bürger ganz neue Wege zu den gewünschten Dienstleistungen aufzeigen. Da kann Kunst, die sich im öffentlichen Raum zeigt, neben der ursprünglichen Bedeutung, den Künstler und sein Schaffen zu fördern, auch noch dazu beitragen, den Menschen in einem eigentlich rein der Funktion verschriebenen Gebäude von einer Beschäftigung mit der Kunst zu überzeugen.

So denkt auch Monika Eßer, seit diesem Jahr freischaffende Künstlerin aus Übach-Palenberg. Die studierte Diplom-Designerin sieht in ihrer in dieser Woche eröffneten öffentlichen Ausstellung ihrer Werke im Rathaus die Chance, „die Wahrnehmung und die Kommunikation zu fördern.“ Passend dazu wählte sie auch die Überschrift „Haupt- und Nebenwege“, die sich aber nicht nur auf die manchmal komplizierteren Laufwege im Rathaus bezieht.

„Nachdem ich bereits 1998 im CMC und 2004 im Schloss Zweibrüggen meine Kunst zeigen durfte, schließt diese Ausstellung im Rathaus den Kreis“, sagte Monika Eßer anlässlich der Vernissage im Rathaus. Die Werkschau, die sie ihren Eltern widmet, ist thematisch wie von der Auswahl der Werke über die Auswahl der dazugehörigen Stockwerke bis zu den Geschichten hinter den Bildern, auch ein Spiegelbild des Titels. „Ich verlasse sehr oft den Hauptweg innerhalb meiner Malerei, um mich in den Nebenwegen zu verirren“, so die Künstlerin. Dabei verfranst sie sich aber nicht, sondern erkundet immer wieder neu und mit Neugier die Faszination von meist neben den Hauptstrecken befindlichen Lösungswegen, um mit den neuen Möglichkeiten im Gepäck wieder auf den Hauptweg zu gelangen.

So hat sie oft auch ihre Kamera dabei, fängt beispielsweise eine Szenerie auf einem Jahrmarkt ein, nimmt später einen vergrößerten Ausschnitt dieser Erinnerung und färbt ihn so ein, dass er wie ein quasi-realer Abdruck in der Poesie des Augenblicks und der eigenen Empfindung wirkt.

„Ich vergrößere eigentlich immer“, sagte sie, so findet sich auf dem der Ausstellung den Namen gebenden Bild eine ins Makro gezogene Abbildung von Nadeln eines Baumes, die zur ausgiebigen Betrachtung einlädt. Dort werden Haupt- und Nebenwege immer wieder neu sichtbar, ganz davon abhängig, von wo der Betrachter beginnt.

Traumhafte Erinnerungen

Aber die Technik ist nicht Selbstzweck oder Zwang, sondern wird durch das, was Monika Eßer schaffen will, bestimmt. „Manche Techniken eignen sich für manche Bilder einfach besser“, sagt sie.

So passen aquarellartige Strukturen sicherlich besser zu traumhaften Erinnerungen als präzise nachgezeichnete Szenerien, die nur in der Detailverliebtheit des Augenblicks funktionieren können.

„Die Ausstellung zeigt uns, wie viel wir sehen können, wenn wir genau hinsehen“, empfand auch Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch, der sich freut, dass die Bilder noch bis einschließlich 7. Januar im Rathaus während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen sind.

(mabie)