Geilenkirchen: Kreis lehnt Aufstockung des Berufskolleg-Parkhauses ab

Geilenkirchen: Kreis lehnt Aufstockung des Berufskolleg-Parkhauses ab

Rund 3800 Schüler besuchen die Berufskollegs des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen. Dazu kommen die Lehrerkollegien. Eine Menge Menschen strömen täglich an den Berliner Ring — und viele von ihnen suchen dort nach einem Parkplatz.

„Schon seit vielen Jahren ist in den angrenzenden Straßen eine angespannte Parkraumsituation zu beobachten“, hatte die Geilenkirchener CDU in einem Ratsantrag geschrieben. Die Stadt solle prüfen, ob der Kreis das Parkhaus mit Mitteln aus dem „Kommunalen Investitionsförderprogramm“ aufstocken könne. Dies ist mittlerweile geschehen — mit negativem Ergebnis.

„Konkret war zu prüfen, ob die Aufstockung des Parkdecks förderrechtlich als sogenannte ,Maßnahme der Lärmbekämpfung an Straßen‘ in Frage kommt. Förderfähig sind nur aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen, bei denen zwingend eine nachweisbare Lärmminderung — etwa durch den Einsatz von Flüsterasphalt — erreicht werden muss. Der Bau eines zusätzlichen Parkdecks führt weder zu einer konkreten Pegelminderung noch zu einer Reduzierung des Fahrzeugaufkommens“, teilt Kreissprecher Ulrich Hollwitz mit. Aber würde eine Erweiterung des Parkdecks das Problem lösen? Eine Verkehrszählung der Stadt Geilenkirchen habe laut Hollwitz ergeben, dass während der Schulzeit rund 400 Fahrzeuge in den umliegenden Wohnstraßen parken.

Eine Aufstockung des Parkdecks, der Kostenaufwand wird vom Kreis auf rund 700 000 Euro geschätzt, würde laut Hollwitz maximal 95 zusätzliche Parkplätze schaffen. Dadurch „könnten weitere Schüler den Anreiz erhalten, mit dem Auto zur Schule zu fahren. Gewünscht ist aber, dass zum Schulbesuch der zu diesem Zweck öffentlich geförderte Öffentliche Personennahverkehr genutzt wird“, erklärt Hollwitz die Auffassung des Kreises. Auf gut Deutsch: Wenn der Kreis schon Bustickets bezuschusst, dann muss er für dieselben Schüler nicht auch noch Parkplätze bauen.

Womit der Ball wieder bei der Stadt Geilenkirchen liegt. Denn während es sich beim Parkdeck um eine Liegenschaft des Kreises Heinsberg handelt, ist die Parksituation in den umliegenden Straßen Angelegenheit der Stadt. „Ihr steht es frei, den Anliegerbeschwerden beispielsweise mit einem Parkverbot zu begegnen“, erklärt Hollwitz. Dann müssten sich die Schüler Parkplätze in größerer Entfernung suchen, was wiederum die Anreise mit dem Bus attraktiver machen würde. „da sich die Haltestellen unmittelbar vor den Schuleingängen befinden“.

So richtig scheint sich die Verwaltung noch nicht damit abgefunden zu haben, dass der Kreis nicht tätig werden will. Er werde einen Brief an die Regierungspräsidentin Gisela Walsken schreiben und das Thema erneut vorbringen, kündigte Bürgermeister Georg Schmitz vergangene Woche an.