Kreis Heinsberg: Aufregung um Blauzungenkrankheit hält sich in Grenzen

Landwirtschaft im Kreis Heinsberg : Aufregung um Blauzungenkrankheit hält sich in Grenzen

Nachdem im Raum Trier in einem Viehbestand die Blauzungenkrankheit aufgetreten ist, zählen auch Geilenkirchen und Übach-Palenberg zu einem ausgewiesenen Sperrgebiet. Für die hiesige Landwirtschaft ist das jedoch nur dann ein Problem, wenn die Tiere nicht geimpft wurden.

Die Maßnahmen, die vergangene Woche zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit getroffen worden sind, werden die hiesigen Landwirte in ihrem Geschäft kaum beeinträchtigen. So lautet die Einschätzung des Präsidenten des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands, Bernhard Conzen. Als Grund dafür nannte Conzen gegenüber unserer Zeitung, dass die überwiegende Zahl an Tieren im vergangenen Jahr geimpft worden sei.

Die Blauzungenkrankheit war jüngst in einem Rinderbestand im Raum Trier festgestellt und als Reaktion ein Sperrgebiet ausgewiesen worden. Das bedeutet, dass Tiere, die für das Virus empfänglich sind, also vor allem Rinder, Schafe und Ziegen, nur unter bestimmten Bedingungen aus dem Sperrgebiet gebracht werden dürfen, was die Möglichkeiten zum Handel deutlich einschränkt. Am Donnerstag dann wurde das Sperrgebiet auf Teile Nordrhein-Westfalens ausgeweitet – neben der Städteregion Aachen und dem Kreis Düren umfasst es nun auch den Süden des Kreises Heinsberg mit Geilenkirchen und Übach-Palenberg.

„Man hat einen Kreis mit einem Radius von 150 Kilometer um den Ort gezogen, an dem die Krankheit nachgewiesen wurde. Deshalb tangiert das Sperrgebiet nun auch uns“, erklärt dazu Bauernpräsident Conzen. Dass er trotzdem gelassen bleibt, liegt daran, dass seines Wissens die allermeisten Züchter ihre Tiere im vergangenen Jahr gegen die Blauzungenkrankheit haben impfen lassen. Wer nicht so verfahren habe, könne dies, eine entsprechende Untersuchung der Tiere vorausgesetzt, noch immer nachholen. Anschließend sei die Ausfuhr der Tiere aus dem Sperrgebiet kein Problem mehr.

Während Schafe und Ziegen im Kreis Heinsberg nur eine geringe Rolle spielen, gibt es im Kreisgebiet laut Conzen 240 bis 250 Rindviehhalter. Da Kühe nur dann Milch geben, wenn man sie trächtig werden lässt, sind die Halter grundsätzlich alle als Züchter zu betrachten. Die hiesigen Rinder werden häufig in die Niederlande verkauft.

Treten Verdachtsfälle auf, müssen diese unverzüglich dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg gemeldet werden. Ferner ist jeder, der im Kreisgebiet Tiere hält, die für die Blauzungenkrankheit empfänglich sind, dazu aufgefordert, dies an gleicher Stelle mitzuteilen. Neben Rindern, Schafen und Ziegen zählen dazu auch Alpakas, Guanakos sowie Rot-, Dam- und Sikawild. Für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Auch das Fleisch erkrankter Tiere kann problemlos verzehrt werden.

(jpm)
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