1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Schloss Zweibrüggen: Konzert mit ungewöhnlicher Besetzung 

Schloss Zweibrüggen : Konzert mit ungewöhnlicher Besetzung 

Klarinette, Akkordeon und Violoncello auf Einladung der Freunde der Kammermusik Übach-Palenberg im Schloss Zweibrüggen

Das „Trio mit Hingabe” spielte in ungewöhnlicher Besetzung mit Klarinette, Akkordeon und Violoncello auf Einladung der Freunde der Kammermusik Übach-Palenberg im Schloss Zweibrüggen. Die drei Musikerinnen des „Trio con Abbandono“ boten dem Publikum im sehr gut besetzten Konzertsaal des Schlosses eine Fülle von reizvollen Klangfarben bei „Tango, Czárdás, Klezmer“.

Der Vorsitzende der Freunde der Kammermusik, Gerhard Waltl-Paggen, freute sich, dass so viele Zuhörer ins Schloss gekommen waren und übergab zu einem Grußwort an Übach-Palenbergs Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch. Jungnitsch, der auch die Schirmherrschaft des Konzertes übernommen hatte, verwies auf die erfolgreiche Reihe der Schlosskonzerte, die den Besuchern schon viele schöne Konzerte im Schloss Zweibrüggen beschert habe.

Das „Trio con Abbandono“ spielte in der Besetzung Beate Müller an der Klarinette, Claudia Iserloh am Akkordeon und Anne-Lise Cassonnet am Violoncello. Beate Müller zitierte Dmitri Schostakowitsch, der einst über die aus dem aschkenasischen Judentum stammende Volksmusiktradition des Klezmer gesagt hatte, sie sei wie „ein Lachen durch Tränen“.

Ideales Klangerlebnisse

Die Klezmer Suite des Trios ließ erahnen, was Schostakowitsch gemeint haben mag. Der Weltschmerz klingt neben der Freude am Leben vielleicht ein wenig weniger schmerzhaft. Klarinette, Akkordeon und Cello mögen vielleicht eine ungewöhnliche Kombination für ein Kammermusikensemble sein, doch wer das „Trio con Abbandono“ hörte, war schnell davon überzeugt, dass diese drei Instrumente, gespielt von solch leidenschaftlichen Musikerinnen, eigentlich die idealen Klangerlebnisse bieten, um in die Seele von Tango, Czárdás und Klezmer“ einzutauchen.

Schön melancholisch

Beate Müller, der kreative Motor des Trios, lud die Zuhörer ein, sich bei Peter Ludwigs melancholischem Stück „Lisboa“ eine Stadt vorzustellen, die sich aus dem Nebel erhebt, während die ersten Sonnenstrahlen erscheinen. Peter Ludwig, der auch Filmmusik schreibt, hatte sich bei diesem Stück vom portugiesischen Fado und dem argentinischen Tango inspirieren lassen. Beate Müller hat sich nach ihrer Orchestererfahrung bei den Dortmunder Philharmonikern ganz der Kammermusik verschrieben.

Ausgezeichnete Musikerinnen

Ihr zur Seite musizierte Claudia Iserloh auf dem Akkordeon. Von der Schönheit, die ein Akkordeon hervorzaubern kann, zeugte ein Solo, das Stück „Intérieur“ des französischen Komponisten Franck Angelis. Angelis hat als Preisträger zahlreicher internationaler Akkordeon-Wettbewerbe die Möglichkeiten des Akkordeons erkundet. Claudia Iserloh ist ebenfalls mehrfache Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe und konzertiert als Solistin und in Kammermusikensembles. Ihr Umgang mit dem Instrument beschränkte sich nicht nur auf die Tasten, sondern sie entlockte ihrem Akkordeon auch bei stillen Passagen nur durch leichtes Anklopfen sphärische Klänge.

Anne-Lise Cassonnet spielt mit ihrem Cello in verschiedenen Kammermusikensembles, tritt als Solistin auf und wurde bereits mit diversen Preisen geehrt. Sie ist der ausgleichende Pol im „Trio con Abbandono“.

Das Konzert „Tango, Czárdás, Klezmer“ verband auf bemerkenswerte Weise diese unterschiedlichen Musikstile. Barocke, klassische, romantische und zeitgenössische Kompositionen bestimmten den Konzertverlauf. „Die vier Jahreszeiten von Buenos Aires“ hatte der Argentinier Astor Piazolla in Anlehnung an die „Quattro Stagioni“ Vivaldis komponiert. Piazolla wurde mit einer ganzen Reihe inzwischen legendärer, zeitgenössischer Tangos weltberühmt.

Der ursprünglichen Besetzung von Piazollas „Vier Jahreszeiten“ mit Violine, Klavier, E-Gitarre, Kontrabass und Bandoneon fügte das „Trio con Abbandono“ noch eine sehr hörenswerte Variante hinzu. Das Publikum bedankte sich bei den drei ausgezeichneten Musikerinnen mit einem herzlichen, begeisterten Applaus.

Das nächste Konzert der Freunde der Kammermusik im Schloss Zweibrüggen findet am Sonntag, 7. April, ab 18 Uhr im Schloss Zweibrüggen statt. Dann ist das Duo Esther Lorenz (Gesang) und Peter Kuhz (Gitarre) mit hebräischen Liedern zu Gast. Karten für dieses Konzert können ab sofort unter der Tel. 02451/9070102 oder per E-mail an die  info@freunde-der-kammermusik-uep.de reserviert werden.