Geilenkirchen: Kommentiert: Unaufrichtig? Schludrig? Beides??

Geilenkirchen: Kommentiert: Unaufrichtig? Schludrig? Beides??

Es ist eine dieser Geschichten, bei der man sich gar nicht entscheiden kann, welche von mehreren möglichen Varianten eigentlich schlimmer ist. Weiß man im Rathaus wirklich nicht, ob man seine Schulen für 28 Millionen oder nur für 13 Millionen Euro hat sanieren lassen?

Oder aber hat man sich absichtlich „vertan“ und damit Schulleiter, Politik und Öffentlichkeit für dumm verkauft? Fehlt gar der Überblick, in welcher Schublade die schöngerechneten Zahlen liegen und in welcher die nicht so schönen, aber korrekten?

Wer sich darüber Gedanken macht, was am naheliegendsten ist, sollte bedenken, dass es hier um eine Stadt geht, in der jeder Euro zweimal umgedreht wird. In der schon um einige zehntausend Euro für eine Schulsozialarbeiterstelle gerungen wird. In der jeder Vorschlag aus der Politik unter der Prämisse diskutiert wird, dass er um Himmels Willen nichts kosten darf. Ach ja, dies noch: Der Bürgermeister ist Betriebswirt. Das ist ein Beruf, der mit Geld zu tun hat.

Und da soll es zweieinhalb Monate gedauert haben, bis jemandem aufgefallen ist, dass 15 Millionen Euro, die man ausgegeben haben wollte, gar nicht existiert haben? Da soll sich niemand mehr daran erinnert haben, dass man die Investitionen zunächst gar nicht erhöht, sondern 2012 auf popelige 500.000 Euro zusammengestrichen hatte?

Im Ernst?!?

Wahrscheinlich wird sich nicht beweisen lassen, was da im Rathaus wirklich gelaufen ist. Doch selbst wenn ein Versehen vorgelegen haben sollte, ändert das nichts daran, dass die Politik sich intensiv mit der Frage auseinandersetzen sollte, was man dem Rathaus eigentlich glauben kann. Bei allem, wo eine Zahl drin vorkommt, ist offensichtlich größte Vorsicht angezeigt.