Geilenkirchen: Kommentiert: Scherbenhaufen FDP

Geilenkirchen: Kommentiert: Scherbenhaufen FDP

Wenn man mich für diese Aufgabe möchte, dann gibt es auch 100 Prozent Markus Melchers.“ An dem Tag, als Markus Melchers das versprochen hat, genauer gesagt am 29. Mai, wusste der Geilenkirchener FDP-Parteichef, dass wenige Wochen später für ihn die Hochzeitsglocken läuten würden.

Die Eheschließung wird sicherlich nicht alleine der Grund für seinen Rücktritt sein. Nach Machtkämpfen um die Listenplätze vor den Wahlen, nach innerparteilichen Querelen vor und nach den Wahlen, nach dem ständigen Gerangel hinter den Kulissen, das in einer wahren Schlammschlacht endete, hat Melchers die einzige logische Konsequenz gezogen und das Handtuch geworfen.

Wenn ein verdientes liberales Urgestein wie Manfred Solenski, der 18 Jahre im Stadtrat gesessen hat, davon 15 Jahre als Fraktionschef, der zehn Jahre Süggerather Ortsvorsteher war, von einem „Vertrauensbruch“ spricht und aus Verärgerung den Ehrenvorsitz niederlegt, wenn selbst sein eifriger Mitstreiter, der Spitzenkandidat Nils Kasper, den Rücktritt Melchers‘ begrüßt, wird deutlich, dass dessen Rückhalt in der Partei nicht mehr sehr groß war. Markus Melchers hat nicht nur am Polterabend Porzellan zerschlagen. Auch im FDP-Ortsverband hat er einen Scherbenhaufen hinterlassen.

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