Kommentiert: Brav und vernünftig

Kommentiert: Brav und vernünftig

Es muss einem nicht leid tun, wenn Glücksspielgesetze erlassen werden, die so rücksichtslos sind, dass sie in jeder anderen Branche einen Aufschrei nach sich ziehen würden. Wer sein Geld damit verdient, Spielsüchtige auszusaugen, sollte es sich verkneifen, wegen ein paar Gemeinheiten in der Gesetzgebung zu heulen.

Ob das, was den Anbietern schaden soll, aber zugleich den Kommunen hilft, steht ganz woanders geschrieben.

Unser Rechtssystem ist so aufgebaut, dass es am Ende oft die Kommunen sind, die die Scherben zusammenkehren müssen. In den Landeshauptstädten wird also ein Gesetz erlassen, und dann schaut man mal, wie die da unten in den Versuchslabörchen sich bei der Umsetzung so schlagen. Es ist das übliche Spiel.

Interessant ist, wie unterschiedlich auf dieser Grundlage mit dem vorliegenden Fall umgegangen wird. In Stolberg lässt man sich nicht lange bitten, den ganz schweren Hammer zu schwingen. Ein paar Bundesstraßen weiter hingegen, in Geilenkirchen, verrichtet man brav Dienst nach Vorschrift. Falls ein Richter auf komische Ideen kommen sollte, wird man damit nichts weiter zu tun haben.

Das ist zwar weniger mutig, aber in diesem Falle wahrscheinlich das Vernünftigste.

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