Geilenkirchen: Kommentiert: Außer Kontrolle geraten

Geilenkirchen: Kommentiert: Außer Kontrolle geraten

In unserer Redaktion kommen einige Jahre Berufserfahrung im Mediengeschäft zusammen. Aber was derzeit im Geilenkirchener Wahlkampf abläuft, ist keinem Kollegen je in vergleichbarer Form begegnet.

Die Gemüter sind dermaßen erhitzt, dass selbst dem stets souveränen Sparkassenchef Thomas Pennartz ein Fehler unterläuft. Dass Pennartz seine Bedenken gegen den Kandidaten Georg Schmitz äußert, ist schon ein bemerkenswerter Vorgang, auch wenn er dies als Privatmann und Geilenkirchener Bürger tut. Vielleicht hat Pennartz die Wellen unterschätzt, die seine Ausführungen schlagen würden. In Zeiten von Facebook und Co. hätte ihm die Wirkung klar sein müssen.

Am Montag einigten sich die Alphatiere Pennartz und Peter Schimitzek dann darauf, dass jeder für sich und rein privat einen anderen Kandidaten unterstützt. Die Stellungnahme — siehe unten — darf getrost als Versuch diplomatischer Schadensbegrenzung verbucht werden. Überzeugen kann davon keine Silbe.

enn Pennartz schon dezidiert Stellung bezieht, dann sollte er auch zu seinen Aussagen stehen. Denn speziell die Frage, wer derzeit den Lebensunterhalt des „unabhängigen“ Kandidaten Georg Schmitz finanziert und ob daraus Abhängigkeiten entstehen, drängt sich auf. Falls Schmitz nicht Fotos für sein Familienalbum gemacht hat, dann war er in der vergangenen Woche bei einer Veranstaltung im Hause CSB als Fotograf tätig. Schon in der Vergangenheit war Schmitz als freier Journalist in Schimitzeks Firma im Einsatz. Es ist eine Frage der Auslegung, ob damit schon eine Unterstützung des Wahlkampfes durch das Unternehmen vorliegt. Der berühmte fade Beigeschmack bleibt.

Nachdem seine Tätigkeit für unsere Zeitung mit Bekanntgabe seiner Kandidatur beendet war, hat Schmitz stets betont, dass es zahlreiche Förderer aus der lokalen Wirtschaft für ihn gäbe. Wer diese Gönner sind, welche Leistungen erbracht werden — diese Fragen hat Georg Schmitz unserer Redaktion auch gestern nicht beantwortet.

Und damit bleibt auch die Frage offen: Welche Hoffnungen oder gar Erwartungen verbinden diese Unterstützer mit einer möglichen Wahl von Georg Schmitz? Oder ist das Ganze nur ein Spaß von Geschäftsleuten, um zu sehen, wie weit ein solches Engagement gehen kann? Natürlich haben wir auch Peter Schimitzek nach seiner Motivation gefragt. Welche Qualitäten sieht der erfolgreiche Manager im potenziellen Bürgermeister Georg Schmitz? Eine Antwort gab es nicht.

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