Übach-Palenberg: Klassiker und verborgene Perlen des Jazz neu interpretiert

Übach-Palenberg: Klassiker und verborgene Perlen des Jazz neu interpretiert

Es gibt Momente, da gerät Sängerin Natalie Diart trotz vieler Auftritte ein wenig aus der Fassung. So bei ihrem Jazz-Konzert im restlos ausverkauften Schloss Zweibrüggen. Nach der Pause stellte sie entsetzt fest, dass ihre Textblätter fehlten — in der Garderobe tauchten sie dann aber wieder auf. Aufatmen. Der Abend sollte doch noch unvergesslich werden. Im positiven Sinne.

Die Sängerin sorgte zusammen mit Gerd Geradts am Piano für die Umsetzung des Titels „What A Wonderful World“. Inspiriert wurde Diart dabei von einer CD-Reihe Rod Stewarts, der Jazzklassiker in ein neues, swingendes Gewand packte und damit den Nerv seiner Zuhörer traf.

Das gelang auch dem Duo im Schloss: Sie packten Titel der Jazz-Geschichte in neue Arrangements. Dabei übernahm Diarts außergewöhnliche Stimme den Hauptteil der Neuinterpretation. So sorgte sie mit „Happy Days“ von Milton Ager für überbordende Lebensfreude, mit der sich die Besucher gleich anstecken ließen. Übersetzungen und Erklärungen zu den Stücken gab es von der charmanten Sängerin obendrein.

So zum Beispiel beim schwer ins Deutsche übersetzbaren „Embraceable You“ (George Gershwin). Liebe war die eigentliche Überschrift des sachlich mit „Großes Amerikanisches Liederbuch“ überschriebenen Programms der beiden. Geradts setzte mit seinem Spiel, Charme und Witz pointierte Highlights, wie zum Beispiel beim Klassiker „It Had To Be You“ (Ishlam Jones) oder „I’ve Got You Under My Skin“ (Cole Porter). Der Heinsberger Sängerin und dem im Selfkant lebenden Gerd Geradts gelang es auch, die Gäste auch für verborgene Perlen des Jazz von George Shearing, Manning Sherwin, Jack Strachey, Harold Arlen, Kurt Weill oder Glen Miller zu begeistern.

(mabie)
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