Gangelt-Birgden: Klasse versorgt im Winter heimische Vögel

Gangelt-Birgden: Klasse versorgt im Winter heimische Vögel

Kinder matschen begeistert mit den Händen in Töpfen mit warmem Fett und Körnern, der Boden vom Klassenraum ist übersät mit Sonnenblumenkernen, Rosinen und Nüssen, und eine engagierte Klassenlehrerin führt die Arbeit der Schüler zusammen. So sieht es aus, wenn die Schüler der Klasse 1b der „Schule der Begegnung“ in Birgden Futtermöglichkeiten für die Vögel schaffen, die im Winter nicht in wärmere Gebiete fliegen.

Die Klasse nimmt mit ihrer Lehrerin, Ursula Schever, mit ihrer Idee am Wettbewerb „Schüler powern für die Umwelt“ der EWV Energie- und Wasserversorgung teil.

Schon zum neunten Mal hat Schever ihre Klasse zu diesem Wettbewerb angemeldet. „Aus der Erfahrung weiß ich, dass die Kinder durch solche Ideen lernen, besser auf die Natur zu achten und sehr engagiert sind. Letztes Jahr haben sie dadurch gelernt, Papier zu sparen. Oder sie verstehen, dass Insekten wichtig sind und sie sie nicht zertreten sollen“, erzählt sie von ihrer Motivation.

Dieses Jahr hat sich die Klasse 1b zur Aufgabe gemacht, heimischen Vögeln eine Futtermöglichkeit zu bieten. „Wir haben Löcher in die Erdnüsse und Rosinen gemacht und haben sie dann auf Schnüre gefädelt. Das hängen wir dann auf, und die Vögel können das essen, sonst finden sie einfach nichts im Winter“, beschreibt Kiara-Jolina Rohrberg (6) mit Blick aus dem Fenster, denn genau in dem Augenblick fängt es draußen kräftig an zu schneien.

Neben den Futterketten aus Rosinen, Erdnüssen und Apfelstücken haben die Schüler auch Vogelplätzchen, Meisenknödel, Futterzapfen und Sonnenblumen gebastelt.

Dafür wurde Fett erwärmt, mit verschiedenen Körnern vermischt und dann, etwas abgekühlt, zu Kugeln geformt oder in Tannenzapfen gedrückt. „Ich habe Plätzchen für die Vögel gebacken, das hat Spaß gemacht, aber die Matsche hat sich schon komisch angefühlt“, erklärt Vincent Reinert (6). „Ich fand es auch gut, aber das Fett war schon ziemlich eklig“, ergänzt Kimberly Henges (6).

Und natürlich sollen die Erstklässler nebenbei auch noch einiges lernen. „Wir werden das Futter in der Nähe der Klasse aufhängen, damit die Kinder die heimischen Vögel in der Pause beobachten können“, sagt die Klassenlehrerin Schever dazu. Neben dem Wettbewerb haben die Kinder im Sachkunde-Unterricht auch Zusatzmaterial bearbeitet, beispielsweise über den Unterschied zwischen Zugvögeln und heimischen Arten, welche Arten in unserer Region leben, welche Vogelarten Fleisch- oder Pflanzenfresser sind und woran man das erkennen kann, — und natürlich die wichtigste Frage — welche Körner die heimischen Vögel über den Winter überhaupt brauchen. Dafür haben die Kinder gemeinsam fertige Futterknödel untersucht.

Für den Wettbewerb „Schüler powern für die Umwelt“ ist noch eine zweite Klasse der Grundschule Birgden angemeldet. Und außerdem noch 25 andere Gruppen aus Grund- und Förderschulen des Versorgungsgebiets der EWV, also aus den Kreisen Heinsberg und Düren und der Städteregion Aachen.

Im Sommer werden Vertreter aus allen teilnehmenden Klassen eingeladen und dürfen mit dem Maskottchen „PowerPaule“ feiern; die Siegerklasse gewinnt ein Preisgeld für die Klassenkasse. Klaudia Ratzke, Projektleiterin des Wettbewerbes, ist mit Azubi Sebastian Quack in die Birgdener Grundschule gekommen, um sich Idee und Durchsetzung der Klasse anzuschauen.

„Es ist schön, die Kinder schon für die Natur zu sensibilisieren. Sie können ja jetzt über längere Zeit beobachten, was mit ihrer Arbeit passiert und wie nützlich sie ist.“ Ein weiterer Grund für die Teilnahme am Wettbewerb fällt Peggy Irhefo (7) ein: „Das macht Spaß und ist besser als immer der normale Unterricht.“

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