Geilenkirchen: Kinderchor St. Marien bringt „Das goldene Kalb” auf die Bühne

Geilenkirchen: Kinderchor St. Marien bringt „Das goldene Kalb” auf die Bühne

An diesem Wochenende hieß es für die rund 50 Mädchen und Jungen des Vor- und Kinderchores St. Marien gleich zwei Mal: Ab auf die Bühne und das schauspielerische und gesangliche Können unter Beweis gestellt.

Denn auch in diesem Jahr haben sich die jungen Leute und ihr Chorleiter Bernd Godemann an ein kindgerechtes Musical zu einem biblischen Thema gemacht: „Das goldene Kalb” von Gerd Peter Münden. Vor Beginn des Musicals hieß Kaplan Andreas Krieg die großen und kleinen Zuschauer in St. Marien herzlich willkommen.

„Die biblische Geschichte vom goldenen Kalb ist aktueller denn je”, erklärt später noch Kantor Bernd Godemann. „Auch heute wird suggeriert, dass unser Glück im Materiellen liegt. Die Sinn- und Gottesfrage bleibt dabei auf der Strecke.” Die Handlung des Musicals kannten wohl viele noch aus eigenen Kindertagen: Mose (Simon Pennartz) hat das Volk Israel aus Ägypten hinausgeführt und war 40 Jahre mit ihm in der Wüste unterwegs.

Goldenes Götzenbild

Als seine meditative Einsamkeit, in der er mit Gott redete, allerdings einmal sehr lange dauert, wird das Volk unruhig, und es entwickelt sich der Wunsch, so wie alle anderen Völker doch auch ein greifbares Abbild ihres Gottes zu haben. Denn ein Gott, der irgendwo in einer Wolke ist, ist für ein nach Bestätigung suchendes Volk nicht sehr attraktiv. Also wird unter Aarons (Inga Wassen) Führung ein goldenes Götzenbild in Form eines Kalbs angefertigt, das das Volk daraufhin feiert und anbetet.

Dann kommt jedoch Mose zurück und ist erbost über das Verhalten des Volkes: Er zerschmettert die Tafeln mit den zehn Geboten sowie das Kalb und will sein Volk seinem ungläubigen Schicksal überlassen. Kurz darauf besinnt er sich jedoch, geht erneut auf den Berg, um mit Gott zu sprechen und setzt sich dafür ein, dass das Volk Israel trotz des Abfalls von Gott nicht bestraft werden möge. Gott gewährt Mose diese Bitte, und das Volk feiert dankbar seinen guten Anführer.

Seit Oktober 2011 probten die zahlreichen Beteiligten fleißig, damit nun weder Versingen noch Texthänger auftraten. An der Produktion beteiligt waren auch viele freiwillige Helfer, die sich um Kostüme, Requisiten und Kulissen kümmerten. Und natürlich wurde für dieses Projekt, das es mittlerweile seit über zehn Jahren gibt, auch eine professionelle Musikergruppe mitsamt Klarinette, Flöte, Geige, Cello und Keyboard engagiert. Um die Lichttechnik kümmerte sich Vanessa Böven und Ina Lurweg, um die Tontechnik Ansgar Lurweg.

„Das Ganze hat sich zu einem Musiktheater auf hohem Niveau entwickelt, bei dem Gesang, Choreographie und Theaterspiel eine Einheit bilden,” sagt Bernd Godemann. „Im Grunde gibt es keine Nebenrollen mehr: jeder singt, tanzt oder schauspielert die ganze Zeit. Während des Spiels tauchen viele Kinder so tief in die Rolle ein, dass sie wirklich Teil der gespielten Geschichte werden - und sie so kaum vergessen werden.” Dass die Kinder voll in ihren Rollen aufgingen, konnte jeder Zuschauer an diesen Abenden merken.