Geilenkirchen-Immendorf: KG Immenwauweiler: Zepter und Kette für den Fan der „Zebras“

Geilenkirchen-Immendorf: KG Immenwauweiler: Zepter und Kette für den Fan der „Zebras“

Auf diesen Abend hatten sich viele Karnevalsfreunde schon lange gefreut: die Proklamation des Prinzenpaares der Dreidörfer-Gemeinschaft Immendorf, Waurichen und Apweiler, abgekürzt „Immenwauweiler“. Weder Kosten noch Mühen hatten die Verantwortlichen gescheut, um ihrem närrischen Volk ein vielfältiges Programm zu bieten.

Los ging es mit dem Einmarsch des Vereins in den bis auf den letzten Platz besetzten Festsaal der Gaststätte Werden-Pongs in Immendorf. Traditionsgemäß wurde die Sitzung mit dem geräuschvollen Schuss aus einer Konfettikanone eröffnet. Die „Kleine Garde“, Tanzmariechen im Alter von vier bis neun Jahren, eroberte sogleich mit ihrem Tanz die Herzen des Publikums und erntete reichlich Applaus.

Ein Lied für Georg Schmitz

Viele Menschen waren gekommen, unter ihnen auch der Erste Bürger der Stadt, Georg Schmitz — nicht ahnend, welche Überraschung die Karnevalisten sich für ihn ausgedacht hatten: Johanna Wagemann, Kerstin Krell und Marika Reichert trugen ein Lied, getextet von Ilse Zimmermann, auf das frühere „rasende Reporterlein“ mit den „blonden, wehenden Locken“ vor, „in der Hoffnung, dass ‚Georgie‘, auch ohne Block und Kamera“ in Zukunft immer für sie da sein möge. Gerührt bedankte sich der Bürgermeister und versprach, die Wünsche zu erfüllen. Ihm zu Ehren zeigte das erst siebenjährige Tanzmariechen Mia einen quirligen Tanz.

Nachdem der Elferrat seine Plätze eingenommen hatte, zogen die zukünftigen Tollitäten samt ihren Adjutanten sowie der Prinzengarde unter lautem Jubel des Publikums ein. Auf dem Weg zur Bühne warf die zukünftige Prinzessin Anke I., strahlend „Strüssjer“ in die Menge.

Präsidenten Norbert Hermanns überreichte mit den Worten „Sorge bis Aschermittwoch für Heiterkeit und Frohsinn“ Prinz Roland I. feierlich die Insignien der Macht — das Zepter und die Prinzenkette. Ebenso übergab er der zukünftigen Prinzessin Anke I. das Zepter. Kaum war sie mit der dazugehörigen, goldglitzernden Kette geschmückt, sangen die Gäste lautstark: „Oh, wie bist du schön!“.

Ein Highlight jagt das andere

Das Motto „Ob Zebra, Zumba, Hammer, Spritze — wir finden ‚Lott se loope‘ Spitze!“, mit dem die KG in die kommende Session starte, sei den Berufen und Hobbys des neuen Prinzenpaares geschuldet, erläuterte Hermanns. Der Prinz sei ein Fan der Duisburger Fußballer, wegen ihrer gestreiften Trikots auch „Zebras“ genannt, und als Dachdeckermeister benutze er den Hammer. Die Prinzessin dagegen benötige als Krankenschwester die Spritze und tanze gerne Zumba.

In seiner witzigen Antrittsrede begrüßte Roland I. seine Untertanen und ließ keine Zweifel daran, dass ihm seine „Prinzen-Rolle“ bei der KG Immenwauweiler überaus gut gefällt. Nun jagte ein Highlight das andere: Die Solo-Tanzmariechen Anna (15) und Christine (19) sowie Tänzerin Jaqueline Unger (21) wirbelten über die Bühne, dass es eine helle Freude war, und die „Mittlere Garde“ sowie „Prinzengarde“ beeindruckten mit nicht minder rasanten Tänzen.

Atemberaubende Formationen und akrobatisches Können zeigte die Showtanzgruppe „Celebra-tion“, und auch die „Platt Föss“ sowie die Männergarde „Klabüsterbären“ tanzten mit viel Freude. Zwischendurch stellten sich die befreundeten Gastvereine dem närrischen Volk vor, das vom „Männerballett“ — diesmal als Handwerker auf der Bühne — immer wieder zu Lachsalven hingerissen wurde.

Auch auswärtige Größen sorgten für Stimmung: Die vier „Bremsklötz“ hatten den Saal gleich im Griff, und kaum einen Sitzungsgast hielt es noch auf den Stühlen, alle sangen und schunkelten kräftig mit. Guido Cantz stürmte ins Rampenlicht und strapazierte die Lachmuskeln: „Oh, da sehe ich den neuen Bürgermeister — der ist früher als Paparazzi hier ein- und ausgegangen! Sie wollen ein Selfie machen? Dann fahren Sie mal auf die Autobahn nach Köln — dann bekommen Sie das sogar bis nach Hause geschickt!“ Die Leute tobten vor Lachen, und Applaus war ihm sicher.

Vier Stunden Programm

Eine weitere überaus humorvolle Bühnenshow lieferten „Willi und Ernst“ als Zwiegespräch zweier Rentner im Ruhestand. Das furiose Finale schließlich bestritt die Stimmungsband „De Kloetschköpp“, die mit rockiger Karnevalsmusik und mehrstimmigem Gesang den Saal noch mal richtig aufmischte und die Gäste nach mehr als vier Stunden Programm zu Begeisterungsstürmen hinriss.

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