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Geilenkirchen: Kfz-Mechaniker fünf Mal ohne „Lappen” erwischt

Geilenkirchen : Kfz-Mechaniker fünf Mal ohne „Lappen” erwischt

„Es tut mir leid, aber bei den Vorstrafen .... ”, meinte Staatsanwältin Zander von der Staatsanwaltschaft Aachen.

Denn im Grunde wusste der 38-Jährige aus Übach-Palenberg, warum er für ein Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde. Der gelernte Kraftfahrzeug-Mechaniker musste sich wegen verschiedener Delikte vor dem Schöffengericht Geilenkirchen verantworten.

Hintergrund von allem Tun war dabei der Alkohol. Denn der Angeklagte kam Anfang der 1990er-Jahre erstmals damit ernsthaft in Berührung und seitdem nicht mehr davon los. Dies lies sich auch ganz einfach am gewaltigen Vorstrafenregister ablesen. Beinahe zeitgleich mit Beginn der Alkoholsucht häuften sich Anklagen, Bewährungs- und Haftstrafen in selten gehörtem Maße. Vor allem die Trunkenheit am Steuer und das Fahren trotz eines 1992 verlorenen und bis heute nie wieder erlangten Führerscheins standen im Fokus des Registers.

Das war auch bei den aktuellen Anklagen nicht anders. Fünf Mal wurde der 38-Jährige bei Fahrten ohne „Lappen” erwischt. In allen Fällen hatte er nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch seine Leber bestens betankt.

2,41 Promille getankt

Trauriger Rekord war dabei ein Blutalkoholgehalt von 2,41 Promille, der bei ihm nach einer Trunkenheitsfahrt festgestellt wurde. Die Fahrzeuge waren dabei ebenso vielfältig wie die Routen, die der Mann einschlug. Mal ging es mit einem geliehenen PKW von Wuppertal nach Wassenberg.

Dabei schien er „vergessen” zu haben, dass das Auto gar nicht auf ihn, sondern auf seine damalige Frau zugelassen war. Dass es zudem mit gestohlenen Kennzeichen und ohne Pflichtversicherung unterwegs war, wusste der Angeklagte nach seinen Angaben auch nicht.

Ein anderes Mal war er mit einem Transporter auf den Feldwegen rund um Gangelt-Birgden unterwegs. Dabei verursachte er einen Verkehrsunfall, über dessen genauen Verlauf allerdings nichts in Erfahrung gebracht werden konnte. Allerdings erfuhren die Beamten, dass er auch an diesem Tag stark alkoholisiert ins Steuer gegriffen hat.

Bremsen defekt

Anderer Tag, andere Tat: an der Zufahrt zur A46 nahe Heinsberg fuhr er auf ein bereits an einer roten Ampel wartendes Auto auf. Der 38-Jährige gab zu Protokoll, dass die Bremsen dieses, ebenfalls geliehenen, Autos defekt gewesen seien. Auch die nasse Fahrbahn könnte schuld am Zusammenstoß sein. Dass er aber an diesem Tag wieder einmal alkoholisiert unterwegs war, bestätigten die übereinstimmenden Aussagen der beiden im zweiten Fahrzeug sitzenden Personen. „Er roch stark nach Alkohol”, gab der andere Fahrer an.

Schließlich kam es noch zu einer letzten Suff-Tour. Auf der Geilenkirchener Straße zwischen Frelenberg und Hünshoven gab der Mann auf einem Motorroller Gas. Dabei fuhr er nach Zeugenaussagen grobe Schlangenlinien, schrammte einen Bordstein und fiel samt Gefährt um. Den Helm noch nicht wieder aufgesetzt, setzte der Mann seine Fahrt unbeirrt, aber blutend fort. Nur um dann, wenige hundert Meter später, auf Höhe zur Ausfahrt des Parkhauses am Geilenkirchener Bahnhof wieder umzufallen. Diesmal waren von Zeugen alarmierte Polizisten vor Ort, nahmen den Mann in Gewahrsam.

„Haben Sie denn Ihr Alkoholproblem inzwischen in den Griff bekommen?”, fragte Richter Pütz nach. „Ich bin dabei”, gab der Angeklagte zurück. Er zeigte sich zwar sehr therapiewillig, konnte aber bislang weder eine begonnene noch eine abgeschlossene Therapie, geschweige denn einen neuen Therapieplatz vorweisen.

Weitere Verfahren

So muss er nun wegen fünffachen Fahrens ohne Führerschein, teilweise mit Gefährdung des Straßenverkehrs, einmal wegen Fahrerflucht, für zwölf Monate in Haft. Doch damit ist dieses Kapitel noch nicht abgeschlossen. Denn es stehen noch weitere Anklagen aus, die in diesem Verfahren am Geilenkirchener Gericht noch keinen Platz fanden.