Geilenkirchen: Keine günstige Prognose: Haft für 26-Jährigen

Geilenkirchen: Keine günstige Prognose: Haft für 26-Jährigen

Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren unter Einbeziehung eines Urteils des Schöffengerichts am Amtsgerichts Frankfurt/Main verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz Richter Anselm Pütz einen 26-jährigen Angeklagten, der nach Verbüßung der Haft in sein Heimatland abgeschoben wird.

Das Urteil ist rechtskräftig, weil beide Seiten auf ihr Einspruchsrecht verzichteten. „Der aus Rumänien stammende Angeklagte, der sich im Juli 2007 in Geilenkirchen aufhielt, weil er hier den Führerschein machen sollte, hat sich dreier Straftaten innerhalb knapp zwei Wochen schuldig gemacht”, begann der Richter die Urteilsbegründung. Er habe mit Trickdiebstahl nicht nur seine Drogensucht, sondern auch seinen Lebensunterhalt finanziert.

Dabei habe er Personen in Bahnhofsnähe in Geilenkirchen angesprochen, um Münzen gewechselt zu bekommen, weil er telefonieren wollte. „Dabei verwickelte er diese Personen in ein Gespräch, griff ihnen in das Scheinfach ihrer Geldbörse und stahl einmal 40, im zweiten Fall 50 und im dritten 100 Euro.”

Dem Angeklagten könne keine günstige Prognose gestellt werden, deshalb sei die Strafe zu verbüßen. Wegen gleicher Straftaten, die er im Raum Frankfurt begangen hatte, sei er bereits zu einer Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Diese Strafe sei in das heutige Urteil einzubeziehen, weil die Straftaten im Anschluss an die in Geilenkirchen begangenen schon abgeurteilt seien.

Zu Beginn der Verhandlung hatte der Richter den Angeklagten gefragt, welche Schul- und Berufsausbildung er habe. „Ich habe, nachdem meine Eltern von Rumänien nach Deutschland übergesiedelt sind, nie eine Schule besucht und auch keine Berufsausbildung gehabt”, erklärte der Angeklagte in gebrochenem Deutsch. Ob er denn rechnen und lesen könne, fragte der Richter. „Das geht schon”, antwortete der 26-Jährige.

Staatsanwalt Drews hatte anschließend die Anklage vorgestellt. „Der Angeklagte hat am 5. Juli 2007 in der Alten Poststraße in Geilenkirchen, am 14. Juli in der Bahnhofstraße in Geilenkirchen und am 20. Juli am Bahnhofskiosk Personen angesprochen, um Münzen zu wechseln. Dabei hat er den drei Geld aus dem Scheinfach der Geldbörse entwendet.”

Der Angeklagte räume die Taten ein, erklärte seine Strafverteidigerin. Er habe schon als Jugendlicher hier in Deutschland im Raum Frankfurt-Offenbach Straftaten begangen. Er sei dafür verurteilt worden, sei nach Rumänien zu den Großeltern zurückgekehrt, aber vier Jahre später wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

„Der Anklagevorwurf hat sich aufgrund des Geständnisses bestätigt”, begann Staatsanwalt Bernd Drews sein Plädoyer. Der Angeklagte habe kriminelle Energie entwickelt, nachdem er vorher schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen sei. „Ich fordere zwei Jahre und zwei Monate unter Einbeziehung des Urteils des Amtsgerichts Frankfurt”, forderte der Staatsanwalt eine Erhöhung der schon verhängten Gefängnisstrafe. Keinen Antrag zum Strafmaß stellte Strafverteidigern Erika Weitz-Ermzerhoff, die aber berücksichtigt haben wollte, dass das voll umfängliche Geständnis ihres Mandanten berücksichtigt werden müsse.

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