Gangelt: Kein Krisen-Szenario: „Niederbuscher Weg“ Stahe ist nun beschlossen

Gangelt: Kein Krisen-Szenario: „Niederbuscher Weg“ Stahe ist nun beschlossen

Roger Schröder von der UB-Fraktion sah bei der jüngsten Ratssitzung in Gangelt das Thema Neubaugebiet „Niederbuscher Weg“ in Stahe als noch nicht abgehakt an. Er bemängelte, dass „wir als Politiker keinen Einfluss auf die Gestaltung haben“.

Insgesamt sei das Baugebiet viel zu kleinteilig angelegt. Mit Grundstückstiefen von maximal 16 Metern ergäben sich Bautiefen von zehn bis 13 Metern, was letztlich „Betonklötze“ produzieren werde. Zudem zweifelte Schröder daran, dass sich hier tatsächlich wie propagiert die junge Dorfbevölkerung ansiedeln werde.

Die Grundwasserproblematik sah er nach Abschalten von Pumpen aus den umliegenden Bergbaugebieten als nicht gelöst an, hier wünschte er sich eine auch in Zukunft tragfähige Lösung.

„Keiner kann sagen, wann das Wasser wieder ansteigt“, gab Bürgermeister Bernhard Tholen zurück. Das von Roger Schröder angeregte Szenario für den Fall eines steigenden Grundwasserspiegels zu entwickeln, hatte für den Verwaltungschef wenig Sinn. „Ich wüsste nicht, welches Szenario wir auf welcher Grundlage entwickeln sollten“, schloss Tholen.

Während SPD-Vertreter Rainer Mansel den entsprechenden Artikel aus der GZ über die Ablehnung des Baugebietes unter anderem als „unangemessen umfangreich“ kritisierte, sah er sich gleichzeitig als Ortsvorsteher in der Pflicht, die Sache aus seiner Sicht zu kommentieren. „Wir haben in der Bauplanung an keiner Stelle dem Investor irgendwelche Zugeständnisse gemacht“, stellte Mansel fest. Zudem handele es sich bei den Interessenten in der Mehrzahl um junge Leute aus dem Ort, die dort bauen wollten.

Ganz normale Vorgänge

Hinsichtlich der Grundstücksgrößen gab es ebenfalls deutliche Worte vom Sozialdemokraten. „Die EGG (Entwicklungsgesellschaft Gangelt) macht es nicht anders, und wenn Margret Molls (Anmerkung der Redaktion: eine Wortführerin der Ablehner) irgendwo baut, macht sie es auch nicht anders“, so Mansel. Pläne und ungefähre Grundstückslagen und -größen vorab den Interessenten zu zeigen, wie es auch in Stahe der Fall gewesen sei, sei ebenfalls ganz normal. Und früher übliche Grundstücksgrößen von 800 oder gar 1200 Quadratmetern Fläche seien für heutige Bauwillige nicht nur uninteressant, sondern auch nicht bezahlbar.

Die im Artikel angeführte Grünfläche im Baugebiet „Engelsmühle“ sei, so Mansel abschließend, „keine Wohltat der Frau Molls“, sondern eine umgesetzte Vorschrift, um im Naturschutzgebiet überhaupt bauen zu dürfen. „Ich bin froh, dass in Stahe Vollzug gemeldet werden kann“, ergänzte CDU-Sprecher Karl-Heinz Milthaler zur Diskussion um Wohngebiete für die Dorfbevölkerung. An anderer Stelle sorgten beispielsweise zurückgehaltene Grundstücke für etwaige Nachkommen dafür, dass solche Baugebiete nicht entwickelt werden könnten.

Mit der Änderung, dem Investor noch einen Fußweg vom Wendehammer im künftigen Baugebiet in die Satzung zu schreiben, wurde der Bebauungsplan schließlich bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen durchgewunken.

(mabie)