Übach-Palenberg: Kanalerneuerung verzögert sich

Übach-Palenberg: Kanalerneuerung verzögert sich

Die Kanalerneuerung in der Heerlener Straße wird zunächst nur in reduziertem Umfang stattfinden können. Hierüber wurde der Übach-Palenberger Bauausschuss am Donnerstagabend informiert.

Die Pläne des Aachener Ingenieurbüros Achten und Jansen sehen vor, 2016 und 2017 nur einen Teil der Maßnahmen vorzunehmen und einen großen Teil derselben auf die Folgejahre zu verschieben. Dennoch geht die Verwaltung davon aus, das Hochwasserrisiko für Scherpenseel schon in den beiden kommenden Jahren erheblich senken zu können.

Hintergrund ist, dass der Schmutzwasserkanal unter der Heerlener Straße in einem erheblich schlechteren Zustand ist, als bislang angenommen. Die vor zehn Jahren vorgenommene Sanierung hat nicht den Effekt erzielt, den man sich seinerzeit erhoffte — ein Vertreter des genannten Büros präsentierte dem Ausschuss hierzu eindrucksvoll scheußliches Fotomaterial. Während die Verwaltung bislang davon ausging, dass lediglich der Kanal für das Niederschlagswasser erneuert werden muss, ist man nun schlauer: Beide Kanäle müssen erneuert werden, die voraussichtlichen Kosten verdoppelten sich mithin nahezu von 3,1 auf 6,1 Millionen Euro — viel zu viel.

Bislang war geplant, im kommenden Jahr einen ersten Bauabschnitt für eine Million Euro und 2017 die Gesamtbaumaßnahme für weitere 2,08 Millionen Euro abzuschließen. Nun ist vorgesehen, ein reduziertes Projekt zu planen und auszuschreiben und dieses 2017 für 2,08 Millionen Euro umzusetzen. Alle weiteren Schritte, die dann noch ein Volumen von weiteren 3,75 Millionen Euro haben sollten, sollen Eingang in die Haushaltspläne ab 2018 finden.

Dabei werden zumindest auf einige Anwohner der Heerlener Straße auch selbst zu tragende Kosten zukommen. Wie die Untersuchung des Kanals zeigte, sind nicht nur der Schmutzwasserkanal, sondern auch diverse Hausanschlüsse in indiskutablem Zustand. Und die Hausanschlüsse wiederum sind Privatbesitz. „Wenn ein Anschluss kaputt ist, liegt es in unserer Verantwortung, darauf hinzuweisen“, stellte Achim Vogelheim, Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau, klar.

Auch sonst werden die Baumaßnahmen einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen. So darf von erheblichen Verkehrsbehinderungen fest ausgegangen werden. Dass kein Weg daran vorbei führt, die Kanäle zu erneuern, ist aber ebenso unstrittig. „Hier geht es nicht um machen oder nicht machen. Wir können die Scherpenseeler nicht alle zwei Jahre absaufen lassen“, brachte Ratsherr Josef Fröschen (CDU) es mit Blick auf die Überflutungen vergangener Jahre auf den Punkt.

(jpm)
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