Gangelt: Kampf um Fördermittel: Die vier Westzipfler stauben eine knappe Million ab

Gangelt: Kampf um Fördermittel: Die vier Westzipfler stauben eine knappe Million ab

Ohne Moos ist auch im Quartier nix los. Das hat auch die Bezirksregierung Köln erkannt und bewilligte nun der Westzipfelregion im Rahmen der Städtebauförderung für kleine Kommunen knapp eine Million Euro. Dieser stattliche Betrag ist nur die Eintrittskarte in ein Städtebauförderprogramm, das den Kommunen durchaus einen kleinen zweistelligen Millionenbetrag in den kommenden Jahren bescheren könnte.

Auf den Euro genau gibt es erst einmal 920.344 Euro, die aus Landes- und Bundesmitteln im Rahmen der Förderrichtlinie Stadterneuerung 2008 ausgewählten Quartieren in der Stadt Heinsberg und den Gemeinden Gangelt, Selfkant und Waldfeucht zugute kommen wird. Die vier Bürgermeister der Westzipfelregion Wolfgang Dieder (Heinsberg), Bernhard Tholen (Gangelt), Herbert Corsten (Selfkant) und Heinz-Josef Schrammen (Waldfeucht) können nun bis Ende 2021 das Geld in die Hände nehmen, um die Problemzonen ihrer Kommune im Rahmen eines Interkommunalen Entwicklungskonzeptes aufzumöbeln.

Damit hätte sich der Zusammenschluss der vier zu einer Schicksalsgemeinschaft finanziell schon einmal ausgezahlt. Der Dank der vier Bürgermeister galt denn auch Gisela Walsken, Regierungspräsidenten im Regierungsbezirk Köln, die den Bewilligungsbescheid überreichte.

Die 920.344 Euro entsprechen 80 Prozent der geplanten Ausgaben, die sich plus 20 Prozent Eigenanteil der Kommunen auf 1.150.430 Euro belaufen. „Interkommunal“ heißt das Schlüsselwort, das die Förderung ermöglichte. Allein schon das Stellen des Antrags war eine Herausforderung. Die vier Kommunen entschieden sich, der Stadt Heinsberg diese Aufgabe zu übertragen, da allein die Kreisstadt den höchsten Förderprozentsatz, 80 Prozent, für alle vier Beteiligten sichern konnte. Das klingt kompliziert, ist es auch und wird es wohl bleiben.

Dickster Batzen

Der dickste Batzen der Million wird in ein interkommunales Quartiersmanagement und in eine interkommunale Bauberatung gesteckt werden. Jeweils 300.000 Euro machen diese beiden Posten aus. Von Quartiersmanagement und Bauberatung werden alle vier Kommunen profitieren. Bereits Anfang 2018 sollen diejenigen Menschen, die nach europaweiter Ausschreibung mit den beiden Aufgabenbereichen betraut werden, ihren Job antreten. Ob nun neue Stellen geschaffen oder die Aufgaben beispielsweise an ein Architekturbüro übertragen werden, ist noch zu klären.

Der Bürger ist gefragt

Bürgermeister Bernhard Tholen, Gastgeber der kleinen Westzipel-Bürgermeisterrunde, verspricht: „Wie werden nur die Besten nehmen. Das soll eine ganz große Sache werden.“ Damit die „große Sache“ die Ortschaften wirklich nach vorne bringt, ist der Bürger gefragt. Das Quartiersmanagement und eine qualifizierte Bauberatung sollen den Bürgern, die sanierungswillig sind, unterstützend zur Seite stehen und etwa die geeigneten Förderprogramme mundgerecht servieren. Voraussetzung ist, dass diese Bürger in den festgelegten Problemzonen der Kommune Eigentum haben. Heinsberg, Gangelt und Selfkant haben bereits festgelegt, welche Bereiche sie nach vorne bringen wollen.

In Gangelt ist es hauptsächlich der Ortskern, der nach Fertigstellung der Umgehungsstraße endlich sein Potenzial entwickeln soll. Der Selfkant hat seinen Sanierungsrahmen für den Schulbereich Höngen und rund um den Anger in Saeffelen definiert. Die Stadt Heinsberg konzentriert sich auf die Ortskerne Kirchhoven und Oberbruch. Sowohl für Kirchhoven (40.000 Euro) als auch für Oberbruch (60.000 Euro) sind Mittel für die Umsetzung eines Fassaden- und Hofprogramms bereits in diesem Förderbescheid enthalten.

Die Gemeinde Waldfeucht hat ihre „Problemzonen“ bis jetzt noch nicht benannt. Für alle vier Westzipfelregionen eröffnet das Städtebauförderprogramm Entwicklungsmöglichkeiten. In mehreren Etappen wird sich das Gesamtvolumen über Beantragung und Bewilligung hoffentlich erschließen lassen. Selfkants Bürgermeister Herbert Corsten: „Das sind Pakete, die man wirklich anpacken kann, da kann man etwas für die Bürgerschaft tun.“