Seniorenverein Boscheln: Kameradschaft und soziales Engagement locken die Senioren

Seniorenverein Boscheln : Kameradschaft und soziales Engagement locken die Senioren

Regen Zuspruch fand die jüngste Jubilarehrung langjähriger Mitglieder des Seniorenvereins Boscheln im Festsaal des AWO Carolus-Seniorenzentrums in Übach. Wie immer bei diesem Anlass freuten sich alle zunächst auf eine gemütliche Kaffeerunde, ehe Vorsitzender Josef Fröschen das Wort ergriff, um die Ehrungen vorzunehmen.

Zu diesem besonderen Ereignis hatte sich auch der stellvertretende Bürgermeister, Georg Overländer (SPD), eingefunden. In Boscheln wohnhaft, ist er seit 2009 selbst Mitglied in diesem Verein. Leider konnte jedoch vor Ort nur die Jubilarin Maria Hilger, die für 30 Jahre Treue geehrt wurde, begrüßt werden. Die übrigen waren teils krankheitsbedingt verhindert, teils leben sie in Seniorenheimen und konnten nicht kommen. Daher wurden sie in Abwesenheit geehrt, ihre Präsente bekommen sie nachgereicht.

1959 gegründet, darf sich auch der Verein selbst im nächsten Jahr auf ein Jubiläum freuen — dann wird er nämlich 60 Jahre alt. Josef Fröschen bemerkte zufrieden, dass sich die Mitgliederzahl von derzeit 156 in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich in diesem Bereich halten konnte. „Wir haben keine Nachwuchssorgen“, blickte er optimistisch in die Zukunft und schilderte, wie die Gründung zustande kam: „Die Bergleute hatten ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl und wollten sich nach dem Ende des Bergbaus weiter treffen und austauschen.“

Seit 23 Jahren, als er Rentner wurde, bekleidet Fröschen nun schon das Amt des Vorsitzenden im Seniorenverein Boscheln. Früher war er selbst im Bergbau tätig, als Schmied auf der Siersdorfer Zeche Emil Mayrisch und der Merksteiner Grube Adolf. „Ich bekomme viel Dankbarkeit zurück von meinem Verein — nach jedem Nachmittag und jeder Fahrt, daher macht mir das alles immer noch großen Spaß“, drückte er seine Begeisterung aus.

Zu seiner Vorgehensweise, erzählte Fröschen, sei ihm beispielsweise bei Fahrten wichtig, dass immer ein Programm dabei sei, das den Teilnehmern die jeweilige Stadt nahebringe: „Ich werfe die Leute nicht einfach raus aus dem Bus in eine fremde Stadt“ Er sprach ein dickes Lob an seine „guten Mitarbeiter“ aus, ohne die er die vielen Projekte nicht auf die Beine stellen könne. „Wir sind nicht nur ein Verein — ich sehe das auch als soziale Aufgabe an“, bekräftigte er und erklärte, dass Mitgliedern, die in Altenheimen leben, der Beitrag erlassen werde, sie jedoch trotzdem bei Krankheit und Vereins- oder Altersjubiläen besucht würden.

Doch den Zweiundachtzigjährigen plagen Nachwuchssorgen: Der Wille, Führungsaufgaben in Vereinen zu übernehmen, sei schwach, habe er festgestellt. Natürlich hoffe er, sein Amt noch lange ausüben zu können, doch „irgendwann möchte ich den Verein in gute Hände weitergeben“. Heute müsse man mit dem PC arbeiten, doch mit dem Computer seien viele Ältere nicht vertraut.

Josi Wagner (68), seit zwölf Jahren dabei, hebt hervor: „Auch Jüngere sind bei uns willkommen.“ Die Menschen fühlen sich offensichtlich wohl in diesem Verein. So verrät Mechtilde Reuters (69): „Ich war allein und habe in der Zeitung gelesen, dass hier Vieles unternommen wird. Seit sechs Jahren bin ich jetzt dabei und habe viele Freunde gefunden. Zudem war alles, was organisiert wurde, top!“ Ernst (79) und Christel (78) Mierzwa, seit 13 Jahren Mitglied, finden: „Seit wir Rentner sind, ist das ein netter Zeitvertreib mit prima Kameradschaft!“