Geilenkirchen: Kabarettistin Margie Kinsky reist durch die Lande: auch durch Geilenkirchen

Geilenkirchen: Kabarettistin Margie Kinsky reist durch die Lande: auch durch Geilenkirchen

Alles geben: das ist für Margie Kinsky Programm. Und so gab sie auch bei ihrem von der Rurtal-Produktion und der Stadt Geilenkirchen präsentierten Gastspiel auf der Bühne der Aula der Städtischen Realschule 90 Minuten lang Vollgas.

Sie ist auch in der Pause nicht ohne Arbeit, verteilt fleißig Autogramme und natürlich auch Tüten mit Pulver für besten Erdbeerpudding. Was der mit dem Programmtitel „Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding“ zu tun hatte, das erfuhren die Gäste im ausverkauften Auditorium in einem zweiteiligen, beinahe atemlosen Rundumschlag. Die Komikerin wusste dabei genau, wie sie punktgenaue Pointen setzt und gerne mal „sooon Hals“ bekommt, wenngleich auch die Fettnäpfchen nie weit von ihrer Bühnenfigur entfernt stehen.

So beispielsweise in der Geschichte, in der sie auf das schicke Haus der noch schickeren Nachbarn mit der wirklich allerschicksten Einrichtung der Welt aufpassen sollte. Margie als Hausdame, da war die Versuchung nicht weit, sich das reinweiße und unschuldige Bad einmal selbst zur Wohlfühloase zu machen — auch wenn die Vorsätze eigentlich die nobelsten waren.

Und gerade in dem Moment, in dem Margie pudelnudel und nur hier und da mit Badeschaum betüpfelt lauthals „Staying Alive“ singend mit dem Schwamm als Mikro mitten in der Bad gewordenen Wohlfühloase steht, kommen die Hausbesitzer heim.

Kinskys beinahe einmaliges Gespür dafür, wie sie ihren Gästen beschreibt, was sie dann so fühlt, ließ im Verbund mit den haarsträubenden Geschichten auch bei anderen Geschichten keine Gelegenheit aus, um die Zwerchfellmassage des Publikums zu perfektionieren. Mit urtümlich weiblichem Witz, der sich im Spielfeld von Familienerlebnissen und menschlichen Eskapaden bestens zurechtfindet, gab sie die Gute-Laune-Botschafterin.

Und auch in Geilenkirchen schaffte sie es, die Leute nicht nur mit reichlich Lust auf roten Pudding nach Hause zu schicken. Sie setzte auch ihr Credo — „Alle sollen mit dem Gefühl nach Hause gehen einen Abend mit der besten Freundin verbracht zu haben“ — so gut um, dass auch für die vielen Männer als Begleiter im Publikum der Spaß nie zu kurz kamen.

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