Geilenkirchen: Junggesellenverein Beeck: 50 Jahre und ein neuer Maibaum

Geilenkirchen: Junggesellenverein Beeck: 50 Jahre und ein neuer Maibaum

Sie leben eine Tradition, die schon seit 50 Jahren reiche Früchte trägt: der Junggesellenverein Beeck wird ein halbes Jahrhundert jung. Von „jung“ konnten die 40 aktiven und 66 passiven Mitglieder allerdings nicht sprechen, wenn sie ihren Maibaum so betrachteten. Denn der hatte nach gut zwei Jahrzehnten seine besten Zeiten hinter sich.

Ortsvorsteher Hans-Josef Benend und die Mitglieder der CDU im Ort wussten da Abhilfe. „Wir stiften die Erlöse des Kinder- und Grillfestes immer dem Dorf“, so Benend. Und was lag da näher, als dem Junggesellenverein einen neuen Maibaum zu stiften?

Gesagt, getan: Mit viel Energie wurde zunächst der alte Standort bewertet. „Wir haben uns dann schnell für einen neuen Platz entschieden“, so Benend, denn dort kommt der gut 15 Meter hohe Baum nun viel besser zur Geltung. Auskoffern und Fundament bauen, den Halter einbauen und schließlich den Baumstamm besorgen: Das wurde zur Gemeinschaftsaufgabe.

Dabei machte eine skandinavische Lärche das Rennen, die nicht nur günstiger zu besorgen war, sondern auch haltbarer sein soll als die bisher verwendete Eifel-Fichte. „Die hält ewig“, glaubt auch Marc Hellenbrand, Vorsitzender des Junggesellenvereins, der besonders auf die Konstruktion des Baumes stolz ist. Da die Tülle oben an der Baumspitze geschlossen ist, kann nun kein Wasser mehr eindringen und soll dem imprägnierten Holz so nichts anhaben können.

Nichts anhaben konnte übrigens auch der Lauf der Jahrzehnte der Tradition des Junggesellenvereins. Offiziell wurde er 1966 gegründet, doch schon 1951 gab es erste Königspaare. Dass die nicht von einer Schützenbruderschaft aus dem Ort kommen, hat übrigens auch einen Grund, wie Hellenbrand weiß. „Wir haben in Beeck traditionell eine gemischt katholische und evangelische Bevölkerung“, sagt er. Und so kam es zur Gründung der früheren Maigesellschaft, die sich später zum Junggesellenverein entwickelte.

Bei beiden spielte die Konfession, anders als beim Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, nie eine tragende Rolle. Abgesehen davon ist beim Junggesellenverein vieles ähnlich wie in einer Bruderschaft. „Das Königspaar steht immer im Mittelpunkt“, so Hellenbrand. Gefunden wird das Paar übrigens beim Brauch der Maischatzversteigerung.

„Das letzte Gebot sticht“, weiß Hans-Josef Benend, und damit sich die Mädels auch immer bestens präsentieren können, wird der Maischatz schon Wochen vor dem Maifest versteigert. In der Mainacht wird dann das Maikönigspaar gekrönt. Und was in diesem Jahr Lena Esser und Frank Odinius sind, waren in den Jahren davor schon über 60 andere Paare. „Eins von ihnen — Anneliese und Herbert Hensen — das zweite Königspaar überhaupt, ist noch immer verheiratet“, freut sich Marc Hellenbrand.

Zum Maifest in Beeck waren übrigens alle noch lebenden Maikönigspaare eingeladen. „Leider sind neun schon verstorben“, so Benend. Dennoch wurde eine stolze Zahl von 109 ehemaligen Königinnen und Königen zum Maifest versammelt. Und natürlich dürfen die auch nicht beim Kirmeswochenende zum Jubiläumsjahr fehlen.

Dann wird übrigens eine weitere Tradition des Junggesellenvereins wieder stattfinden: das Bierfassrollen, bei dem die aktiven Junggesellen — mit der Heirat wandelt sich übrigens der Stand in passiv — ein Bierfass in einer schweißtreibenden Aktion quer durchs Dorf rollen. Das Ziel wird dann wieder in Sichtweite des Maibaumes sein, der stolz über dem Dorfzentrum am Gemeindeberg wehen darf.