Übach-Palenberg: Jugendzentrum: Jugendliche kochen und esen zusammen

Übach-Palenberg: Jugendzentrum: Jugendliche kochen und esen zusammen

Der Spinat ist alle, ein paar letzte Kartöffelchen liegen noch einsam auf dem Teller, und die Eierschalen zeugen davon, dass es in der Küche unter dem Dach des Städtischen Jugendzentrums am Palenberger Bahnhof auch ein paar leckere Rühreier gegeben hat. Katrin Mertens (15), Vanessa Müller (17) und Lara Engels (14) sind auf jeden Fall satt, das ist klar. „Und geschmeckt hat es auch“, sagt Vanessa.

Die drei jungen Frauen haben sich zwar nicht im Jugendzentrum verabredet, um miteinander zu speisen. Aber verstanden haben sie sich auf Anhieb, denn zwischen den einzelnen Happen ging das Gespräch munter hin und her über viel Privates. Worüber Katrin, Vanessa und Lara abseits des Essens geredet haben, soll aber ihre Sache bleiben.

Viel wichtiger war es, dass sie sich so richtig wohlgefühlt haben beim gemeinsamen Essen an diesem Mittwochnachmittag im Mehrgenerationenhaus (MGH). Fürs „Catering“ stand an diesem Tag übrigens nicht ein Partyservice zur Verfügung. Vielmehr haben Jungs wie Enrico Schulte (16) und Marcel Busacker (23) als Besucher beziehungsweise Betreuer im Jugendzentrum dafür gesorgt, dass etwas Ordentliches auf dem Teller landet. Die beiden haben Eier gebraten, den Spinat in Form gebracht und Kartoffeln gekocht.

Im Hintergrund freute sich Uschi Hartmann über den Spaß, den die Jungs beim Kochen und die Mädels beim Aufessen hatten, ganz besonders. Denn dieser Nachmittag ist ihre Idee, ihr Projekt, dass sie alleine mit der Hilfe von freiwilligen Lebensmittelspendern auf die Beine gestellt hat. „Ich wollte dafür sorgen, dass die jungen Besucher hier auch eine anständige, selbst frisch zubereitete Mahlzeit bekommen“, sagt sie.

Eigentlich ist Uschi, wie sie hier im MGH nur genannt wird, durch ihre ehrenamtliche Arbeit für Obdachlose, Menschen in Not und Tiere in Not bekannt. Mit der neuen Aktion, gemeinsam mit den Jugendlichen immer mittwochs im Jugendzentrum zu einem festen Termin zwischen 15 und 17 Uhr zu kochen und dann gemeinsam zu essen, erweitert sie nicht nur das Spektrum ihres bürgerschaftlichen Engagements.

Unter vier Augen berichtet sie davon, wie viele Kinder sich mal eben was an der Tanke holen, oder schnell beim Bäcker einkehren, um ihren Appetit zu stillen. Dabei geht es nur darum, ratzfatz was zu Essen, „an Geselligkeit, gemeinsames Kochen oder Essen denken die Kinder und Jugendlichen nicht“, weiß Hartmann. Ob es dem Nachwuchs nun vorgelebt wird, ob die Zeit für gemeinsames Essen tatsächlich fehlt, oder der pubertierende Nachwuchs auf solche Dinge ausdrücklich keine Lust hat, muss an dieser Stelle ungeklärt bleiben.

Klar ist nur, dass das Menü mit Kartoffelpüree, das selbst gemachte Sushi oder auch Möhrengemüse in der Gruppe zubereitet und verspeist, richtig gut ankommen. „So was essen wir auch mal Zuhause“, meint Katrin Mertens noch, ehe Vanessa ihrem Tischnachbarn mit großem Augenzwinkern erklärt, dass „dieses grüne Zeug“ auch Spinat heißt.

Dass beim abschließenden und natürlich selbst zubereiteten Pudding noch ein paar Streusel als Topping draufgestreut werden können, freut natürlich auch Pädagogin Marion Dalmisch vom Jugendheim.

„Ich finde das einfach klasse“, sagt sie und nimmt selbst noch ein paar der bunten Süßigkeiten für ihren Pudding. Hier sollen alle gemeinsam essen und am extra zusammengeschobenen großen Tisch in der kleinen Küche unterm Dach des Jugendzentrums sitzen können.

(mabie)