Geilenkirchen: Jugendlicher greift Mitarbeiter des Ordnungsamts an

Geilenkirchen: Jugendlicher greift Mitarbeiter des Ordnungsamts an

Zwei Mitarbeiter des Geilenkirchener Ordnungsamtes sind bei einem Einsatz am Donnerstag verletzt worden und zurzeit dienstunfähig.

Über das Kreisgesundheitsamt war das Ordnungsamt damit beauftragt worden, einen 19-jährigen aus Bauchem in die Psychiatrie zwangseinzuweisen. Ein Facharzt hatte zuvor eine „akute Eigen- und Fremdgefährdung“ festgestellt.

Wie richtig der Arzt damit lag, erfuhren die beiden Mitarbeiter des Ordnungsamtes, angekommen in der Wohnung des jungen Mannes, wenig später auf schmerzliche Weise am eigenen Leib. Denn der 19-jährige rastete völlig aus und griff die Männer an, so dass beide ambulant im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Preisverfall illegaler Drogen

„Immer wieder wird festgestellt, dass sich in der Drogenszene in den letzten Jahren entscheidende Veränderungen vollzogen haben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ordnungsamts. „Die Zugriffsmöglichkeiten auf illegale Drogen haben aufgrund eines Preisverfalls und der Modetrends zugunsten der Designerdrogen gerade in jüngeren Altersgruppen zugenommen. In vielen Fällen bleiben Restsymptome einer Psychose trotz Therapie lebenslang bestehen.“

Das war nicht „schon immer“ so

Die Pressemitteilung stammt von Ordnungsamtsleiter Armin Kaumanns, der den Vorfall am Freitag von sich aus öffentlich machte, was ein eher ungewöhnlicher Vorgang ist. Er wolle darauf aufmerksam machen, wie regelmäßig die Gesundheit seiner Mitarbeiter mittlerweile akuter Gefahr ausgesetzt ist, so Kaumanns gegenüber unserer Zeitung. Das sei keineswegs „schon immer“ so gewesen.

Kaumanns selbst ist schon seit Jahrzehnten beim Ordnungsamt, früher sei es nur in Ausnahmefällen so gewesen, dass seine Kollegen und er Zwangseinweisungen vornehmen mussten. Heutzutage komme es 60 bis 70 Mal pro Jahr vor, und häufig wehrten sich die Betroffenen auch. Kaumanns: „Dabei findet unser Beruf eigentlich hinter dem Schreibtisch statt, wir sind keine Waffenträger.“

(jpm)
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