Bonn: Jugendliche aus der Grenzregion beim Wasserwerk-Gespräch in Bonn

Bonn: Jugendliche aus der Grenzregion beim Wasserwerk-Gespräch in Bonn

Zum 25. Tag der deutschen Einheit lud die Konrad-Adenauer-Stiftung am 4. Oktober zum Wasserwerk-Gespräch nach Bonn ein. Mit dabei: deutsche und niederländische Jugendliche aus der Grenzregion.

Unter dem Motto „Wir — gemeinsam Grenzen überwinden: Niederländische und deutsche Schüler für Europa“ trafen sich 160 Jugendliche aus Sittard, Venlo, Heerlen, Maastricht, Aachen, Jülich und Übach-Palenberg, um über aktuelle Probleme zu diskutieren, Lösungen zu finden und neue Ideen auszuarbeiten.

Inhalt dieses Manifestes sind die Verbesserungsvorschläge und Ideen der Jugendlichen für die Politik der Grenzregion: Wie kann man das Zusammenleben der Menschen verbessern, mehr Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätze für junge Leute auf beiden Seiten der Grenze schaffen und aktiv gegen Vorurteile angehen?

Eine Schülerdelegation übergab in Bonn stellvertretend für die vielen Jugendlichen die Ergebnisse des Tages und las die einzelnen Forderungen in zwei Sprachen vor dem gut gefüllten Plenarsaal vor.

So forderten sie zum Beispiel Niederländisch an deutschen Schulen und Deutsch an niederländischen Schulen in der Grenzregion als zweite Fremdsprache, einfachere Wege, um auf der anderen Seite der Grenze zu arbeiten, und eine bessere Zusammenarbeit in der Drogenfahndung. Außerdem betrafen die Ideen allgemeine Themen wie häufigere ökumenische Gottesdienste, mehr Transparenz in der Politik und höhere Investitionen für die Integration.

„Deutschland hat Europa vereint“

Wie wichtig das Engagement der Jugendlichen sei, bemerkte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Dr. Hans Gert Pöttering: „Die jungen Menschen gestalten selbst ihr eigene Zukunft.“ Van Haersma Buma stimmte dem zu und fügte an, dass Europa momentan große Herausforderungen zu überwinden habe, vor allem in der Flüchtlingskrise.

Der Politiker warf aus niederländischer Sicht einen Blick auf 25 Jahre deutsche Einheit. Der Wiedervereinigung habe man in der niederländischen Politik anfangs skeptisch gegenübergestanden. Zu präsent seien die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg damals noch gewesen. Doch heute sähe man in der Einheit Deutschlands einen Faktor für die europäische Einheit: „Europa hat nicht Deutschland vereint, sondern Deutschland Europa.“

Als zweiter niederländischer Gast las Cees Nooteboom, Schriftsteller und Träger des Literaturpreises der Konrad-Adenauer-Stiftung 2010, aus seinem Roman „Berlin 1989/2009“. Im Anschluss daran diskutierte er kontrovers mit dem Bundestagspräsidenten Lammert, der eine weitaus positivere Sicht auf Europa hat als Nooteboom.

Am Ende richtete Dr. Melanie Piepenschneider, Leiterin der Abteilung „Politische Bildung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung, nochmals einen Appell an die europäische Jugend, sich politisch mehr zu beteiligen und „in der Gegenwart Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen“. Eine Botschaft, die bei den Jugendlichen ankam. Der Tag habe gezeigt, dass „wir vor allem in der Grenzregion nicht ohne eine gute Zusammenarbeit mit unseren niederländischen Freunden leben können“, fasste Lukas Bärwald, Schülersprecher des Carolus-Magnus-Gymnasiums in Übach-Palenberg, seine Eindrücke zusammen.