Selfkant-Tüddern: Jugend geht in Selfkant auf die Barrikaden

Selfkant-Tüddern: Jugend geht in Selfkant auf die Barrikaden

Der Jugendvorstand der Jugendgruppe Arearea Tüddern informierte am Mittwochabend seine Mitglieder über einen Brief der Gemeindeverwaltung mit einer schockierenden Nachricht.

Die Jugendgruppe wurde aufgefordert, bis Freitagnachmittag den Schlüssel des Jugendheimes in der Verwaltung abzugeben. Aufgrund verschiedener Verstöße gegen die Nutzungsordnung sowie einer teilweisen Missachtung der zwischen Verwaltung und Vorstand der Jugendgruppe getroffenen Abmachungen werde die vorübergehende Schließung des Jugendheimes angeordnet, hieß es.

Das Schreiben sorgte schnell für Empörung, besonders bei den Eltern der jungen Leute. Zur Verwunderung der Jugendlichen kamen am Mittwochabend zahlreiche Erwachsene zum Jugendheim und stellten sich demonstrativ auf die Seite der Jugend. Tüdderns Ortsvorsteher Hans-Hubert Ruers blickte ebenfalls mit Unverständnis auf die Anordnung der Verwaltung.

„Wir mussten nach neuerlichen Vorwürfen handeln”, so Dirk Schwarzmanns vom Hauptamt der Gemeinde. Am frühen Donnerstagmorgen war Hans-Hubert Ruers im Verwaltungsgebäude in der Sache aktiv. Bürgermeister Herbert Corsten gab die Zustimmung zu einer Info-Veranstaltung noch am gleichen Abend.

Der Sitzungssaal war proppenvoll. Die Verwaltung legte anhand einer Powerpoint-Präsentation dar, die eine Studie über die Jugendgruppe enthielt, dass sich besonders während der WM-Zeit einige Anwohner gestört fühlten und Ruhestörung zur Anzeige brachten.

Die Verwaltung geriet immer mehr unter Druck. „Es wurde ja versucht, mit den Nachbarn zu sprechen. Diese wurden sogar zum Klimawechsel eingeladen, aber es kam niemand. Stattdessen flatterte bald die nächste Anzeige ins Haus”, erklärte Ruers.

Der Jugendvorstand zeigt sich nun kämpferisch und hat schon ein Konzept für die Zukunft in Arbeit, bei dem auch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren mit ins Boot genommen werden sollen. Bürgermeister Corsten versuchte, während der rund 90-minütigen Veranstaltung den Standpunkt der Verwaltung zu rechtfertigen und nahm erst einmal ein wenig Wind aus den Segeln. „Die Anordnung wird bis Ende August aufgeschoben, bis dahin werden wir gemeinsam ein Konzept ausarbeiten. Ich werde auch mit den betreffenden Nachbarn ein Gespräch führen und diese an einen runden Tisch bitten.”

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