Übach-Palenberg: Jod für den Notfall: Auch in Geilenkirchen ab Freitag in der Apotheke

Übach-Palenberg: Jod für den Notfall: Auch in Geilenkirchen ab Freitag in der Apotheke

Am Freitag beginnt die Ausgabe von Jodtabletten für Bürger unter 45 Jahren sowie für Schwangere und Stillende der Städteregion Aachen und der Kreise Heinsberg, Euskirchen und Düren. Um die Tabletten zu erhalten, muss zunächst ein Bezugsschein im Internet gelöst werden.

Die Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA) Silke Clemens aus der Barbara-Apotheke in Frelenberg sagt: „Die Jodtabletten sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, doch ist es wichtig, die Maßnahme ernst zu nehmen.“ Im Fall der Fälle müsse man den Anweisungen der Katastrophenschutzbehörde Folge leisten.

Dazu zähle, dass die Tabletten nur im Notfall eingenommen werden dürfen und nicht im Voraus. „Durch die Tabletten wird die Schilddrüse blockiert und kann kein radioaktives Jod aufnehmen.“ Die Blockierung schütze nicht den gesamten Körper, doch mindere sie die Gefahr, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Maßnahmen, wie Fenster und Türen geschlossen zu halten, solle man ausdrücklich befolgen.

Altersbegrenzung umstritten

Viele Kunden von Silke Clemens können die Altersbegrenzung für die Verteilung der Tabletten nicht verstehen. Darum erklärt sie: „Die Gefahr einer Schilddrüsenüberfunktion durch die Einnahme der Tabletten ist für Menschen ab 46 Jahren höher als das Risiko, an Schilddrüsenkrebs in Folge des Reaktorvorfalls zu erkranken.“ Bei Personen, die an einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenkrebs leiden, sei die Einnahme der Jodtabletten in der Regel nicht möglich. Genau wie Menschen mit einer Jodmangelerscheinung sollten sie auf jeden Fall Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Ein Beipackzettel und ein Informationsflyer werden den Tabletten beigefügt. Der Flyer erklärt in einfacher Sprache mit Bildern, was zu beachten ist. Bei offenen Fragen stehen die Apotheker zur Seite und beraten ihre Kunden gerne.

„Die Bezugsscheine behalten wir in der Apotheke, die entstandenen Kosten werden vom Land NRW erstattet “, erläutert Silke Clemens.

Sie rät allen, die sich die Tabletten besorgt haben, sie auch ständig dabei zu haben: „Damit meine ich, dass im Fall des Falles zum Beispiel auch Kinder in der Schule handeln können müssen.“ Die PTA empfiehlt, die Tabletten in eine Tüte zu packen und diese mit Dosierungsanweisung und Hinweisen zur Einnahme zu beschriften. Man solle beachten, dass es Medikamente sind. Eltern sollen entscheiden, ob ihre Kinder verantwortungsvoll genug sind, um die Tabletten mitzuführen.