Übach-Palenberg: Jetzt wird geräumt: Heribert Werden siegt am Landgericht

Übach-Palenberg : Jetzt wird geräumt: Heribert Werden siegt am Landgericht

Der Baesweiler Gastronom Heribert Werden, zuletzt verwickelt in langwierige Rechtsstreitigkeiten um sein Stadthotel und seine Stadthalle in Übach-Palenberg, hat in einem Verfahren am Aachener Landgericht ein Versäumnisurteil erwirken können. Dies bestätigte ein Gerichtssprecher unserer Zeitung.

Ein Versäumnisurteil kann in Zivilprozessen dann gegen eine der streitenden Parteien gesprochen werden, wenn diese nicht zum Gerichtstermin erscheint. Häufig hat die Abwesenheit damit zu tun, dass diese Partei ohnehin nicht mehr davon ausgeht, noch eine Entscheidung in ihrem Sinne herbeiführen zu können.

Werden hatte die traditionsreiche Immobilie zuletzt nicht mehr selbst betrieben, sondern nacheinander an zwei Pächter vermietet. Mit beiden sah er sich später in zwei unabhängig voneinander geführten Verfahren vor Gericht wieder (siehe auch Ausgabe vom 29. März). Der zweite Pächter, gegen den Werden diese Woche obsiegte, hatte seine Pacht offenbar nicht gezahlt, weshalb Werden eine Räumungsklage angestrengt hatte.

Der Pächter erhob seinerseits den Vorwurf, Werden 40.000 Euro in bar ausgezahlt zu haben, ohne dafür jedoch eine Quittung oder einen vergleichbaren Nachweis vorlegen zu können. Juristisch ist die Frage nach der Zahlung letztlich nicht bewertet worden. Mit fortschreitender Dauer des Prozesses hatte sie ohnehin deutlich an Gewicht verloren, da die nachweislich offenen Mietzahlungen die angeblich in bar ausgezahlten 40.000 Euro längst deutlich überstiegen.

Dass Werden sich nunmehr vor Gericht durchgesetzt hat, dürfte sich ein wenig wie ein Pyrrhussieg anfühlen. Er wird zwar — sofern das Urteil Rechtskaft erlangt — die Gewalt über seine Immobilie zurückerlangen. Jedoch hat er jetzt schon viel Geld verloren und geht außerdem davon aus, dass Hotel und Halle in einem schlechten Zustand sind. Sobald er sie betreten und sich einen Eindruck verschafft hat, wird Werden sich überlegen, wie er weitermacht, kündigte er gegenüber unserer Zeitung an. Auch ein Verkauf komme in Frage.

Auch das Verfahren gegen den ersten Pächter ist erledigt. Gegen ihn war Werden am Landgericht in erster Instanz unterlegen. Der Richter hatte es als unstrittig angesehen, dass in diesem Falle 50.000 Euro Anzahlung für einen möglichen Kauf in Werdens Tasche geflossen waren. Der Kauf kam dann aber nicht zustande. Werden war gegen dieses Urteil zunächst in Berufung gegangen, hat diese jedoch zwischenzeitlich zurückgezogen, erklärte sein Rechtsanwalt unserer Zeitung diese Woche.

Wie auch immer es mit Stadthotel und Stadthalle weitergeht: Die Rechtsstreitigkeiten um die Immobilie sind wohl beendet.