1. Lokales
  2. Geilenkirchen

Übach-Palenberg: Investieren, ohne einen Cent zu bezahlen

Übach-Palenberg : Investieren, ohne einen Cent zu bezahlen

Schulzentrum und Hallen-Freibad sollen künftig durch ein so genanntes Energieeinspar-Contracting wirtschaftlich optimiert werden.

Wie dies theoretisch aussehen kann, stellte Diplom-Ingenieur Rüdiger Brechler von der Abteilung Contracting der Energieagentur NRW am Mittwoch im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss vor.

Doch zuvor wies er ausdrücklich darauf hin, dass die Energieagentur als zu 100 Prozent vom Bau-minsterium und Energieministerium des Landes finanzierte Einrichtung kein kommerzielles Interesse am Contracting habe.

Vielmehr soll die Energieagentur im Falle der ehemaligen Zechenstadt, wie auch schon in gut 50 anderen Fällen, dazu beitragen, dass der optimale Contracting-Partner gefunden wird.

Sanierung

Beim Contractor handelt es sich um meist unabhängige Investoren, Firmen, die sich auf die Sanierung und den Betrieb technisch überholter Anlagen in Großgebäuden wie Schwimmbädern, Krankenhäuser oder auch speziell ausgewählten Gebäudepools spezialisiert haben.

Sie analysieren zunächst grob den Bestand, schlagen nach eingehender Feinanalyse Umbau- und Sanierungsarbeiten vor und finanzieren sie. Das Geld ziehen sie dabei aus einem Vertrag, der mit der Kommune geschlossen wird.

Sie zahlt für einen Zeitraum von beispielsweise fünf bis zehn Jahren weiterhin die durchschnittlich zuvor ermittelten Energiekosten.

Der Investor baut um und betreibt das Objekt in dieser Zeit, was für ihn Refinanzierung der Investitionen und auch Gewinn bringt.

Nach Ablauf des Vertrages, des „Contracts”, übernimmt die Stadt wieder die dann zwar gebrauchten, aber hoch- und neuwertigen Anlagen, ohne selbst investieren zu müssen. „Im Idealfall bedeutet dies eine haushaltsneutrale Finanzierung”, schloss Brechler.

Dabei trage der Investor ganz alleine das finanzielle Risiko, „die Stadt sitzt immer am längeren Hebel”, versicherte der Fachmann.

Dabei sei eine sowohl technische Optimierung, als auch die Umstellung auf günstigere Energielieferanten möglich, der ökologische Aspekt ergebe sich schon daraus, dass Energie eingespart werde.

Um auch Zweifel an der Qualität aus dem Weg zu räumen, stellte auch der Beigeordnete für Planen und Bauen, Volker Schlüter, klar, dass die Qualitätsstandards der im Hallenbad und dem Schulzentrum zu verbauenden Produkte vorgegeben werden soll.

„Wir wollen keine Baustelle, wir wollen später eine Anlage übernehmen, die wir ohne technische Probleme noch über Jahre hinaus betreiben können”, unterstrich Schlüter.

Zum ersten Analyseschritt werden zwölf Firmen aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, darunter auch Adressen aus Aachen, Baesweiler und Würselen.