Geilenkirchen: Internationales Flair: 180 junge Asiaten auf dem „Campus Loherhof”

Geilenkirchen: Internationales Flair: 180 junge Asiaten auf dem „Campus Loherhof”

Der „Campus Loherhof” sorgt für internationales Flair in Geilenkirchen: Eine enge Partnerschaft zwischen der Fachhochschule Aachen und dem Loherhof unterschrieben am Donnerstag Professor Dr. Marcus Baumann, Rektor der Fachhochschule Aachen, und Freddy Solty, Geschäftsführer des Sportparks Loherhof.

Für viele Studieninteressierte aus dem asiatischen Raum, überwiegend aus China, aber auch aus Indien, Vietnam und Iran, ist das Programm des Freshman Institute der FH Aachen und damit nun auch Geilenkirchen das Sprungbrett für ein Studium in Deutschland. Das Freshman Institute, eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der FH Aachen, bereitet ausländische Studienanwärter nach einem bestandenen Eignungstest im Heimatland ein Jahr lang auf ein Studium an der FH Aachen oder an einer Partnerhochschule, wie der Fachhochschule Bielefeld, der Fachhochschule Südwestfalen und der Universität Duisburg-Essen, vor.

Seit 2009 sind Freshman-Studierende auch im Geilenkirchener Loherhof untergebracht. Am Donnerstag wurde eine Partenerschaft für die kommenden fünf Jahre unterzeichnet. 180 Studierende werden hier untergebracht. „Dieses Gebäude in Campus-Atmosphäre war schon immer ein Ort der Bildung”, blickte Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler auf die über 100-jährige Geschichte schulischer Nutzung des ehemaligen Missionshauses St. Josef. Die Einrichtung trage erheblich zum Image der Stadt bei. „Die Fachhochschule Aachen ist eine prosperierende Einrichtung, auch Dank meines Vorgängers Professor Hermann Josef Buchkremer als Direktor des Freshman Institute”, erklärte FH-Rektor Marcus Baumann. In den Jahren 2015/2016 sei die Zahl der Studierenden stark rückläufig. Um den Ingenieurbedarf zu decken, müsse sich jede Hochschule überlegen, wie sie die verschiedensten Gruppen mobilisieren könne. „In Jülich haben wir einen Ausländeranteil von 30 Prozent, insgesamt an der FH Aachen liegen wir bei 28 Prozent. Darauf sind wir stolz.”

Baumann hoffte, dass diese Studenten „als Missionare für Deutschland in die Welt gehen und etwas vom deutschen Geist und der deutschen Kultur mitnehmen”. „Und sie sollen berichten, dass sie hier gut aufgenommen und ausgebildet wurden.” Baumann hoffte, dass viele der Absolventen in Deutschland bleiben oder zumindest in die Länder gehen, mit denen Deutschland Handel betreibe.

„Das ist nicht nur ein Mietvertrag, sondern eine Sache des Vertrauens. Hier, in Geilenkirchen, wurde uns immer geholfen”, erklärte Dr. Bernd Kraus, Geschäftsführer des Freshman Institute und verantwortlich für Technologietransfer an der FH Aachen. Bereits in den Jahren 2000 bis 2004 waren bis zu 100 angehende ausländische FH-Studenten in einer Pilotphase am Loherhof untergebracht. Deshalb lobte Baumann am Donnerstag die Weitsicht seines Vorgängers, Hermann Josef Buchkremer, vor zehn Jahren.

„Derzeit sind wir die einzige Hochschule, die so weit ist.” Derweil freute sich Kraus über den „Internatsbetrieb mit kulturellem Programm”. Schließlich leben die Studenten hier nicht nur, sondern werden auch von freiberuflichen Lehrern und Kräften der Sprachenakademie Aachen unterrichtet. „Und hier findet Integration statt”, so Freddy Solty. Die soziale Betreuung der Studenten haben Dirk-Michael Buchkremer, Assistent der Freshman-Geschäftsführung, Josef Takacs, Sozialer Assistent, und Zhimeng Hong übernommen. Die 28-jährige Chinesin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Freshman Institute, hat selbst Medizintechnik an der FH Aachen studiert.

Mittlerweile hat das Freshman Institute schon 50 Beschäftigte. Bis 2009 wurden lediglich angehehende Studenten der Ingenieurwissenschaften ausgebildet. Seitdem können die Studienanwärter auch im Bereich der Wirtschaftswissenschaften unterrichtet werden. Im Herbst soll noch die Vorbereitung auf ein Sprachenstudium hinzukommen.

Untergebracht sind die Freshman-Studenten nicht nur im Loherhof, sondern auch auf dem Gelände der ehemaligen Polizeischule in Linnich. Von den bislang etwa 1000 unterrichteten Studenten wurden 400 in Geilenkirchen auf ihr Studium vorbereitet. „Wir prüfen Studienwillige in der ganzen Welt und nehmen nur die Besten”, sagte Buchkremer, der sich seiner großen Verantwortung bewusst ist. „Wir wollen natürlich alle durchbringen.” Dabei verweist der ehemalige FH-Rektor auf eine Durchfallquote von lediglich fünf Prozent. „Die Zahl der Studienabbrecher in Deutschland liegt bei fast 50 Prozent”, zieht er einen Vergleich. Derweil betonte Buchkremer, dass das Programm den deutschen Steuerzahler keinen Cent koste. „Aber wir machen auch keine Gewinne”, betonte Kraus.

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