Internationale Modellbautage: Modellbauer übertreffen sich selbst

Vom U-Boot bis „Amsterdam im Koffer“ : Gangelter Modellbauer übertreffen sich selbst

Die Details sind es, worauf es den meisten Modellbauern ankommt. Davon gab es bei der 23. Auflage der Internationalen Gangelter Modellbautage mit 96 Ausstellern in der Gesamtschule und in der großen Sporthalle reichlich.

Um es vorweg zu nehmen: Die Verantwortlichen dieser größten Modellbaumesse weit und breit, die Modelleisenbahnfreunde Gangelt, haben ihr Meisterstück abgeliefert. Was die Zahl der Aussteller angeht, ist man seit langem im grünen Bereich; diesmal aber überragte aber die Qualität alles. Von Mini-Eisenbahnanlagen, zum Beispiel „Amsterdam im Koffer“, oder einer Winterlandschaft, die auf 40x30 Zentimeter zum Träumen einlud, bis hin zu Anlagen, die man nur der Mitte der großen Sporthalle aufbauen konnte, fand man alles, was das Herz begehrt.

Es fehlte lediglich das Thema Modellflugzeuge. Dafür gibt es verschiedene Gründe – ausschlaggebend ist der fehlende Platz. „Man muss dem Auge etwas bieten“, sagte einer der Techniker, der eine der ganz großen Modelleisenbahnanlagen aus den Niederlanden betreute.

Wo sind denn da die Kinder? Bei den RC-Modellen spielten die Väter Baustelle. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Auf dem Arbeitstisch standen gleich drei
3D-Drucker, die pausenlos kleine Miniaturen und Ersatzteile zusammenklebten, die sich später in der Landschaft oder an den Modellen wiederfanden. So was gibt es nicht von der Stange. Ganz speziell auch ein anderer Teilnehmer, der auf einem kurzen Stück Schiene Loks und Funktionswagons hin und her fahren ließ. „Sound-Designer“ nannte der Mann sich und schuf über verwinkelte elektronische Wege passende Klänge für jedes erdenkliche Fahrzeug.

Gut vertreten waren auch die Schiffsmodelle. Vom Hafenschlepper bis hin zum futuristisch-schnittigen Rennboot, vom funktionstüchtigen U-Boot bis zum Flugzeugträger war in Gangelt vieles zu finden.

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Barby hat eine eigene Eisenbahn. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Theo Vergossen aus Breberen ist einer der Aussteller aus der Region. Er lässt sich von der heimatlichen Umgebung inspirieren und hat scheinbar nur eines im Kopf: landwirtschaftliche Modelle aller Art. Spannend und vor allem bunt ging es wieder bei den Jahrmarktszenen zu. Karussells, täuschend echt und mit unendlich viel Mechanik versehen, boten ein herrliches Bild.

Man kann für seine Modelleisenbahn die klassischen Häuschen von der Stange kaufen; dann hat man die, die jeder hat. Man kann aber auch selber Hand anlegen und Häuser aus dem persönlichen Umfeld selber bauen. Pappe war hier das vorherrschende Grundmaterial und unendlich viel Liebe zu Details und Mauerwerk die Krönung von ganzen Stadtteilen.

Wer kann einem Schrottplatz schon etwas abgewinnen? Gerd Otto, der seit über 40 Jahren im Modellbau tätig ist und sich auf Industrieanlagen und eben Schrottplätze spezialisiert hat. Detailreicher geht es nicht, und wer sich alles ansehen wollte, musste viel Zeit mitbringen. Weitere Höhepunkt waren sicherlich die RC-Modelle, die speziell mit allem, was der Lkw-Markt zu bieten hat, glänzten und die große Carrera-Bahn, die ein Klassenzimmer füllte und an der Kinder zeigten, dass auch ein erfülltes Leben neben PC und Handy möglich ist.

Theo Vergossen aus Breberen hat nur eines im Sinn: Landwirtschaft. Foto: Karl-Heinz Hamacher. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Apropos Kinder: die trifft man bei den Modellbautagen in Gangelt eher selten an. Es ist und bleibt wohl die Bühne der Väter. Von denen hat der Vorsitzende Franz Lück durchweg positive Rückmeldungen erhalten. Gelobt wurde vor allen Dingen die hohe Qualität der Aussteller. Einen Wermutstropfen musste Franz Lück aber dann doch verkünden. In der Mensa der Gesamtschule, wo die Verpflegung für Aussteller und Gäste angeboten wurde, ging das Fleisch am Mittag schon zur Neige.