Geilenkirchen: Innenstadtsanierung: Wird die Haihover Straße wieder geöffnet?

Geilenkirchen: Innenstadtsanierung: Wird die Haihover Straße wieder geöffnet?

Im Mai rollen die Bagger an: Dann wird der Platz vor dem St.-Ursula-Gymnasium als dritter Bauabschnitt der Innenstadtsanierung neu gestaltet. Da wird es viel Grün durch Rasenflächen, Stileichen, Formgehölzen, und Hainbuchenhecke geben. Da wird ein gepflasterter Mehrgenerationenplatz mit zwei Spielgeräten zum verweilen einladen. Und da wird die Zufahrt zum Gymnasium so verlegt, dass eine Blickachse geschaffen wird.

600 000 Euro wird der Bauabschnitt kosten, wobei der Anteil der Stadt bei 240 000 Euro liegt. Bürgermeister Thomas Fiedler und Technischer Beigeordneter Hans Hausmann freuen sich schon auf die Fertigstellung in etwa vier Monaten, arbeiten aber bereits jetzt schon mit dem Aachener Stadtplaner Professor Dietmar Castro an Plänen für Bauabschnitt vier. Im Sommer soll die Politik über diese Pläne entscheiden, damit Anfang nächsten Jahres der Startschuss für den Umbau des 175 Meter langen Teilstückes der Herzog-Wilhelm-Straße zwischen Kreisverkehr bis Einmündung Mühlenweg am Ende des Gelo-Carrés fallen kann.

Bauabschnitt 4: Vom Kreisverkehr bis zum Gelo-Carré soll die Herzog-Wilhelm-Straße 2014 ausgebaut werden. Foto: Udo Stüßer

Doch dabei, so Thomas Fiedler, stehen Planer und Stadtrat vor zwei Herausforderungen: Was soll mit dem anliegenden Synagogenplatz geschehen? Eigentlich, so scheinen sich alle einig zu sein, müsste auch dieser Platz in einem Zuge saniert werden. Doch dieser Platz ist gleichzeitig der Zugang zur seit Jahren leer stehenden Stadthalle. „Wir wissen nicht, was aus der alten Stadthalle wird. Erst machen wir den Synagogenplatz schön, und dann rollen möglicherweise die Bagger über ihn hinweg zur Stadthalle“, befürchtet Fiedler. Fiedler und Hausmann sind bereits seit drei Jahren im Gespräch mit dem Inhaber, suchen Investoren und mögliche Nutzer, um Planungssicherheit zu haben. Doch dieses Unterfangen wurde bis heute nicht von Erfolg gekrönt. Bleibt die bis dato unbeantwortete Frage: Aufwendiger Umbau oder Abriss und Neubau? Fest steht: Angesichts der desolaten Haushaltslage kann die Stadt Geilenkirchen selbst nicht als Käuferin auftreten. Auf jeden Fall wird Stadtplaner Castro den Synagogenplatz zunächst einmal in die Planung einbeziehen.

Die zweite Herausforderung sehen Bürgermeister und Beigeordneter in der Verkehrsentwicklung. Wie wird sich die Situation entwickeln, wenn die ursprünglich geplante Bahnunterführung nicht realisiert wird? „Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, wie man den Verkehr auf der Konrad-Adenauer-Straße minimieren kann. Denn diese Straße wird immer noch von vielen Autofahrern als Durchgangsstraße genutzt“, erklärt Fiedler.

Keine Parkplätze reduzieren

Deshalb wird im Rathaus auch über die Öffnung der Haihover Straße, die derzeit teilweise nur als Einbahnstraße genutzt werden kann, nachgedacht. „Die 24 Parkplätze vor den Geldinstituten müssten dann kompensiert werden. Wir wollen schließlich keine Parkplätze in der Innenstadt reduzieren“, sagt Fiedler. Diese Fragen werden derzeit mit dem Stadtplaner diskutiert, zumal die Öffnung der Haihover Straße kein Bestandteil des Integrierten Handlungskonzeptes ist.

Auch die Finanzierung dieser Maßnahme ist derzeit nicht gesichert. Aus diesem Grund führen Fiedler und Hausmann in der kommenden Woche Gespräche mit der Bezirksregierung in Köln. Ihr Vorschlag lautet: Auf den geplanten fünften Bauabschnitt auf der Konrad-Adenauer-Straße zwischen Alte Poststraße und Theodor-Heuss Ring verzichten und diese Fördermittel für den Umbau der Haihover Straße zu nutzen. Um hier für einen reibungslosen Verkehrsfluss zu sorgen müsste ersten Überlegungen nach an der Ecke Haihover Straße/Herzog-Wilhelm-Straße ein kleiner Kreisverkehr entstehen.

Derzeit arbeitet Castro an der Entwurfsplanung für den vierten Bauabschnitt. Über die anschließende Ausführungsplanung mit allen Feinheiten wird im Sommer von der Politik entschieden, so dass im Herbst die Arbeiten ausgeschrieben werden können. Erste Diskussionen über Bauabschnitt vier wird es in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 16. Mai geben. 450 000 Euro wird der Umbau der Herzog-Wilhelm-Straße kosten. Bezuschusst wird die Maßnahme mit 60 Prozent vom Land, so dass für die Stadt ein Eigenanteil von 180 000 verbleibt. „Diese sind im Haushaltssicherungskonzept eingeplant und ungefährdet“, versichert Fiedler.

„Der Umbau der Haihover Straße wird teurer als der geplante fünfte Bauabschnitt. Beim dritten Bauabschnitt wurde aber Geld eingespart, so dass wir damit die Maßnahme finanzieren könnten“, erklärt Fiedler, der hofft, dass die Bezirksregierung in der kommenden Woche grünes Licht gibt. „Dann können wir mit den Plänen vor die Politik treten.“

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