Gangelt-Kreuzrath: Inklusionsfest: Lieder und Theater für den Zusammenhalt

Gangelt-Kreuzrath: Inklusionsfest: Lieder und Theater für den Zusammenhalt

„Der Weg der Inklusion beginnt mit dem Nachdenken über den eigenen Standpunkt“ — Dieses Thema stand am Samstag beim Inklusionsfest des Fördervereins des Seniorenzentrums Breberen und des Familienzentrums Lindenbaum im Vordergrund.

Irmgard Caron vom Familienzentrum eröffnete die Veranstaltung mit einer kurzen Rede, die sie mit dem Zitat einleitete: „Jeder kann etwas Besonderes, keiner kann alles, es geht nicht allein, es ist normal, verschieden zu sein.“

Das DAS DA Theater führt das Stück „Irgendwie anders“ vor.

Inklusion solle ihrer Meinung nach selbstverständlich sein, jeder habe einen Platz in der Gesellschaft, unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe oder einer Behinderung. Ihr Wunsch sei es, dass Inklusion kein Thema mehr ist, sondern selbstverständlich und ganz normal.

Miteinander das Wichtigste

Bürgermeister Bernhard Tholen, Schirmherr des Inklusionsfestes, betonte, dass für ihn das Miteinander bei der Inklusion das Wichtigste sei. So sei es sein Ziel, in der Gemeinde Gangelt so miteinander zu leben und jedem das Leben so zu erleichtern, dass es Freude macht.

Beim Fest stellten die Kindergartenkinder des Familienzentrums Lindenbaum ihr Können bei dem Theaterstück „Einer für alle — alle für einen“ unter Beweis, übermittelten aber auch gleichzeitig eine Botschaft. Das Stück handelt von einigen Tieren, die zusammen die Welt entdecken wollen und durch Zusammenarbeit ihre Stärken und Schwächen ausgleichen. Dies fasste Irmgard Caron mit dem Zitat von Albert Einstein noch einmal zusammen: „Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.“

Anschließend präsentierten die Kinder des Familienzentrums zusammen mit den Kindern der Nikolaus-Schule Breberen das Lied „Lass uns gute Freunde sein“. Schulleiterin Claudia Seidel meinte, dass es für die Kinder ganz normal sei, zusammen zu lernen. Es werde vermittelt, dass jeder einmalig und etwas Besonderes ist: „Es ist normal, verschieden zu sein. Jedes Kind kann etwas Einzigartiges.“

In der Nikolaus-Schule werden Kinder mit besonderem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und einem Anrecht auf Unterricht in einer Regelschule aufgenommen. Claudia Seidel: „Dies kann nur durch das Engagement der Schüler, Lehrer und Sonderpädagogen ermöglicht werden.“ Es handele sich um Kinder mit unterschiedlichen Besonderheiten — geistige Behinderungen wie zum Beispiel das Down-Syndrom, Kinder im Rollstuhl, Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen, aber auch Flüchtlingskinder oder Kinder mit Hörproblemen.

Auch die Grundschulkinder selbst haben erklärt, was Inklusion für sie bedeutet: „Wir sind bunt!“ In ihrer Schule sei jeder willkommen, alle würden zusammen leben und arbeiten. Trotz ihrer Unterschiede würden sie alle zusammenhalten und alle gleich behandelt. Dies wurde im Anschluss durch das Lied „Ich bin ich, ich bin einmalig“ bestärkt.

Isabelle Ernst von der Heinrichs Gruppe beschrieb, dass im Seniorenheim Breberen schon seit mehreren Jahren eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Lindenbaum bestehe. So kämen Jung und Alt regelmäßig zusammen, um beispielsweise eine Weihnachtsfeier zu veranstalten oder einfach gemeinsam zu singen. Außerdem sei die Heinrichsgruppe sehr familienfreundlich im Bezug auf ihre Mitarbeiter. Das Projekt „Care for Integration“, bei dem Flüchtlinge bei der Ausbildung in der Altenpflege unterstützt werden, stelle auch eine Form von Inklusion dar.

„Irgendwie anders“

Das Inklusionsfest bot, abgesehen von dem vorbereiteten Programm, auch kleine Spiele für die Kinder, mit denen sie sich am Nachmittag beschäftigen konnten. Zum Abschluss der Veranstaltung führte das DAS DA Theater das Stück „Irgendwie anders“ vor, das von einem Wesen handelt, das sich von allen anderen Tieren ausgeschlossen fühlt, da es anders ist als die anderen.

Auf einem Plakat wurde das Thema des Tages noch einmal zusammengefasst: „Inklusion meint einen selbstverständlichen Zugang zu allen gesellschaftlichen Möglichkeiten für alle Menschen — unabhängig von Entwicklungsstand, Geschlecht, Herkunft, sozialen und kulturellen Hintergründen, Gesundheit oder Krankheit. Inklusion bedeutet, dass alle Beteiligten Verschiedenheit als Chance und Bereicherung betrachten, dass ,Anderssein‘ ,normal‘ wird.“

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