Geilenkirchen: In Hünshovener Kirche darf kräftig gelacht werden

Geilenkirchen: In Hünshovener Kirche darf kräftig gelacht werden

Dass es in einer Kirche nicht immer ernsthaft zugehen muss, bewies Jürgen Wagner mit ausgewählten Geschichten von Vicco von Bülow, alias Loriot und Heinz Erhardt. Die evangelische Kirchengemeinde hatte zum „Humorvollen Abend” in das Gotteshaus nach Hünshoven eingeladen.

Mit durchschlagendem Erfolg, denn Pfarrerin Tanja Bodewig konnte ein volles Haus vermelden. Für die Kirchengemeinde sind derart öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen ein Teil der christlichen Arbeit, mit der sie die Menschen erreicht.

In bewährter Form

„Kunst im Kirchenraum” lautet der Oberbegriff der Veranstaltungsserie, bei der neben musikalischen Darbietungen auch Mundart-Vorträge und Vorlesungen zum Tragen kamen. Erzähler Jürgen Wagner trat hier nicht zum ersten Mal in Aktion, aber mit seinem Vortrag rief er diesmal die beiden Kabarettisten und Literaten Loriot und Heinz Erhardt in Erinnerung. Akzentuiert und in bewährter Form brachte er den ureigenen Humor beider, doch sehr unterschiedlichen Künstler an die Frau bzw. den Mann. Zu keinem Zeitpunkt kam Langeweile auf, im Gegenteil, die Gedichte und Geschichten des im Alter von 86 Jahren verstorbenen Vicco von Bülow und des mit 70 Jahren verstorbenen Heinz Erhardt haben nichts an Witz und Spritzigkeit verloren. Begleitet und untermalt von Pfarrer Sebastian Schade am Piano, stieg Wagner mit Loriot in den Humor ein.

Alte Adelsfamilie

Zuvor jedoch erzählte Wagner einiges über den Kabarettisten, der aus einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie stamme. Loriot habe in einer seiner ersten Arbeiten nach dem Studium als Werbegrafiker das charakteristische „Knollennasenmännchen” bekannt gemacht.

In seinen Zeichnungen habe er konsequent die Rollen von Hund und Mensch getauscht, was damals die Leserschaft noch nicht verstanden habe. Loriot habe sich als sehr vielseitig erwiesen, er schrieb Sketche, Prosa, Gedichte und Drehbücher und inszenierte 1992 sogar den „Ring der Nibelungen”.

Jürgen Wagner brachte ein Dutzend Geschichten von Loriot zu Gehör, bei denen sich die Zuhörer köstlich amüsierten. Auch bei den allseits bekannten Gedichten von Heinz Erhardt hatte Wagner die Lacher auf seiner Seite.

Wortkünstler

Wortkünstler Erhardt habe sich über vieles so seine Gedanken gemacht, so auch über die Frage, wie das bekannte Gemälde der Mona Lisa wohl entstanden sein könnte. Besonders beliebt seien die Tiergedichte des Komikers, von denen Wagner ebenfalls einige vortrug. Am Ende war das Publikum mit dem humorvollen Abend mehr als zufrieden und die freiwilligen Spenden der Besucher kommen Freizeitmaßnahmen der evangelischen Region zugute.