Geilenkirchen: In Geilenkirchen fehlen 60 Kindergartenplätze

Geilenkirchen: In Geilenkirchen fehlen 60 Kindergartenplätze

Es fehlen derzeit rund 40 Kindergartenplätze in der Geilenkirchener Innenstadt. Dazu muss für eine in der städtischen Kita Bauchem untergebrachte Gruppe eine neue Unterkunft geschaffen werden, für die das Landesjugendamt nur eine befristete Betriebserlaubnis erteilt hat.

Somit werden in der Geilenkirchener Innenstadt insgesamt 60 Plätze benötigt. Deshalb hat der Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend einstimmig die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Errichtung einer dreigruppigen Einrichtung zu erarbeiten.

In der Sitzungsvorlage hatte Jugendamtsleiter Wilfried Schulz bereits darauf aufmerksam gemacht, dass in den vergangenen beiden Jahren die Versorgungssituation insbesondere im Innenstadtbereich sehr angespannt war.

Aufgrund des Ausbaus der U3-Betreuungsplätze habe sich im Bereich der Kinder über drei Jahre die Anzahl der Betreuungsplätze reduziert. Zum Zeitpunkt der Planungen des U3-Ausbaus sei in allen Jugendamtsbezirken allerdings davon ausgegangen worden, dass die Kinderzahlen aufgrund des demografischen Wandels zurückgehen würden und deshalb das geringere Platzangebot durch den geringeren Bedarf ausgeglichen werde.

Aller vorherigen Prognosen zum Trotz seien aber die Kinderzahlen stabil geblieben, in manchen Bereichen sogar angestiegen. Dies habe zu einer angespannten Versorgungssituation geführt. Aus diesem Grund sei eine vierte Gruppe in der städtischen Kita Bauchem eingerichtet worden. Da diese Gruppe allerdings den Bewegungsraum der Einrichtung belegt und dies Einschnitte in der Nutzung für die anderen Kinder zur Folge habe, habe das Landesjugendamt nur eine befristete Betriebserlaubnis erteilt. Zwischenzeitlich erhöhe sich der Versorgungsdruck weiter.

Man verzeichne einen Zuzug von Familien und Alleinerziehenden, die hier leerstehende Wohnungen belegen, die Zuwanderung von Asylbewerbern bringe ebenfalls erhöhten Versorgungsbedarf mit sich. Wie Wilfried Schulz weiter erklärt, werde sich nach Informationen des Landesjugendamtes die Anzahl der Kinder von jungen Flüchtlingsfamilien weiter erhöhen. „Gerade für diesen Personenkreis ist im Rahmen des Integrationserfordernisses sowie des Spracherwerbs der Kinder eine frühzeitige Betreuungsform wichtig“, erklärt Schulz und erinnert daran, dass künftig weitere Regelplätze in einer Kindertageseinrichtung im Rahmen der Inklusion wegfallen. Durch die Betreuung von Kindern mit einem Förderbedarf würden mehr Regelplätze belegt.

Dass dringend gehandelt werden muss, machte in der Sitzung auch Beigeordneter Herbert Brunen deutlich: „Es gab immer Wartelisten. Jetzt aber machen Eltern ihren Rechtsanspruch geltend“, sagte er. Er sehe Handlungsbedarf für drei Gruppen. Die Verwaltung wolle dem Ausschuss nach dem Sommer Konzepte vorlegen. „Eine eigene Trägerschaft der Stadt wäre die ungünstigste Lösung. Wir haben bereits drei Kitas in städtischer Trägerschaft“, sagte er und meinte, dass die Zusammenarbeit mit einem anderen Träger wahrscheinlich die günstigere Lösung sei. Auch müsse geprüft werden, ob man möglicherweise Landes- oder Bundesmittel beantragen könne, da man unter anderem wegen der Flüchtlingskinder weitere Kapazitäten schaffen müsse. Es stelle sich, so Brunen, auch die Frage, ob ein Neubau sinnvoll sei. „Vielleicht können wir vorhandene Gebäude nutzen oder an ein bestehendes Gebäude anbauen“, meinte er. Antworten auf diese Fragen gibt es sicherlich nach den Sommerferien. Dann steht auch endgültig fest, wie viele Kinder wirklich unversorgt sind. Denn laut Jugendamt sind zum derzeitigen Zeitpunkt 116 Kinder für das kommende Kindergartenjahr 2016/2017 in Tageseinrichtungen angemeldet, die jedoch noch keine Betreuungszusage erhalten haben.