Übach-Palenberg: In die spannende Historie der Kaiserstadt Aachen eingetaucht

Übach-Palenberg: In die spannende Historie der Kaiserstadt Aachen eingetaucht

Wer einmal in Aachen war, findet Aachen wunderbar: Der bekannte Song galt auch für die Damen-Gymnastikabteilung des VfL Übach-Boscheln, die Sport Sport sein ließ, und Keulen, Ringe, Bälle und Bänder gegen eine sinnvolle und zugleich geschichtsträchtige Freizeitgestaltung eintauschte.

Die Sportlerinnen starteten zu einem Ausflug mit der Euregio-Bahn ab Merkstein in die Kaiserstadt Aachen, um in deren interessante Historie einzutauchen.

Vom Bahnhof AC-Schanz absolvierte die Reisegruppe um Vorsitzende Ute Pohl schon ihren ersten Fußmarsch bis zum Rathaus, wo sie von der verpflichteten Stadtführerin erwartet wurde. Die Boschelner Turnerfrauen erfuhren beim Rundgang viel über das historische Rathaus und, dass alles mit Karl dem Großen und seiner Pfalz begonnen hat. Der fränkische König Pippin soll um das Jahr 765 in den Quellwassern der ehemaligen römischen Therme gebadet haben, erfuhren sie. „Sein Sohn Karl der Große wählte Aachen zum ständigen Wohnsitz und machte den Ort zum Mittelpunkt des gesamten fränkischen Reiches. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts ließ Karl eine sogenannte Pfalz nach römischen, byzantinischen und germanischen Bauideen errichten, die von Zeitgenossen als zweites Rom bezeichnet wurde. An der Stelle des heutigen Rathauses stand die Königshalle mit dem Thronsitz des Kaisers und seinem Wohnbereich. Der Platz des heutigen Aachener Doms nahm eine achteckige Pfalzkapelle (Oktogon) mit zwei Anbauten sowie einem Atrium im Westen ein. Ein Verbindungsgang zwischen Kapelle und Königshalle könnte die Garnison und die Schreibstuben beherbergt haben, erklärte die belesene Gästeführerin. Zur Pfalz gehörten ferner eine Gerichtsstätte und das aus Ravenna stammende Denkmal des Theoderich in der Mitte des heutigen Katschhofes. Erhalten sind aus dieser Zeit das Oktogon, einige Grundmauern und der Granusturm mit Originalbausubstanz bis auf 20 Meter Höhe. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts erhielt die Königshalle einen hölzernen Deckeneinbau, der schon 1273, beim Krönungsfestmahl Rudolfs von Habsburg, baufällig war.” Hier beginnt die Geschichte des gotischen Aachener Rathauses.

Liebevoll erzählt

Auch dazu gab es einiges zu sagen. Leider konnte die Gruppe aufgrund der Umbauten den historischen Krönungssaal nicht besichtigen. Zum Dom gab es dann natürlich auch vieles zu erzählen - und ganz nebenbei wurden auch einige der Brunnen (Puppenbrunnen, Geldbrunnen, Fischpüddelchen, Hühnerdiebbrunnen und Vogelbrunnen) der Stadt bewundert und die dazugehörigen Geschichten liebevoll erzählt.

Wie so oft bei solchen Gelegenheiten, wurde festgestellt, dass man zwar schon sehr oft in Aachen war, aber viele der historischen Orte und deren Geschichte eigentlich gar nicht kennt.

Nach soviel Historischem konnten die Boschelner Gymnastik-Damen dann ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: dem Shoppen. Sie „eroberten” die Stadt und ihre Läden. Fußmüde und letztlich hungrig traf sich die Damenrunde dann im Printenhaus/Café van den Daele, einer der ältesten Printenbäckereien - gegründet 1890 - zu Kaffee und Kuchen und natürlich einer Auswahl Printen.

Nachdem dann ein zweites Mal die Stadt erobert wurde, fand der Ausflug seinen Abschluss mit einem gemeinsamen Abendessen im Hofbräu Aachen, wobei ein Bierchen oder ein Cocktail natürlich nicht fehlen durften. Zufrieden und regelrecht „beladen” mit viel Geschichtlichem, kehrten Boschelns Sportlerinnen nach einem „schweren Tag” gegen 21 Uhr auf gleichem Wege wie gekommen nach Übach-Palenberg zurück.