Übach-Palenberg: In der Rockfabrik wird Custard Pies Tribut gezollt

Übach-Palenberg: In der Rockfabrik wird Custard Pies Tribut gezollt

Beim Verlassen der Rockfabrik waren sich die Zuschauer nach dem gerade erlebten Custard Pies-Konzert einig: „Der Gitarrist hatte es voll drauf. Schließlich musste der auch noch singen. Und jeder einzelne Part für sich ist schon schwer.“ Die Rede war von Pascal Cherouny, seines Zeichens Frontmann von Custard Pies, die wiederum im 16. Jahr als Led Zeppelin-Tribute touren.

Mithin hatte Cherouny keine geringere Aufgabe, als den einzigartigen Gesang von Robert Plant und das extravagante Gitarrenspiel von Jimmy Page, die zusammen in den 70er-Jahren Rockgeschichte geschrieben haben, in seiner Person zu vereinen. Und so unglaublich es klingen mag: Es gelang ihm eindrucksvoll.

Damit ist Cherouny natürlich das unbestrittene Aushängeschild der Custard Pies, auch wenn ihm mit Alexander Ranft an Bass und Akustikgitarre und Marco Menzer an den Drums echte Instrumentalkönner zur Seite stehen. Wie schon sein Vorbild John Bonham konnte Marco Menzer seine Fähigkeiten bei dem eigens dafür kreierten „Moby Dick“ ausgiebig unter Beweis stellen.

Dem Nichteingeweihten mag sich von Zeit zu Zeit der Eindruck aufgedrängt haben, Pascal Cherouny habe den ein oder anderen Ton nicht so recht getroffen. Schließlich fordern Robert Plants Vorgaben den Stimmbändern schon einiges ab. Man denke nur an den nach „Stairway To Heaven“ wohl bekanntesten Hit, das ekstatische „Whole Lotta Love“, oder das legendäre Intro des „Immigration Song“.

Wer aber die Live-Aufnahmen aus den Siebzigern kennt, insbesondere das auch verfilmte Konzert im Madison Square Garden von 1973, an dem sich auch die Show der Custard Pies deutlich orientierte, der weiß, dass alles seine Richtigkeit hatte. Led Zeppelin scherte sich wenig um die klassische Harmonielehre, sei es in Melodieführung oder Akkordfolgen.

Kein stupider Rhythmus

Da wurde auch kein stupider Rhythmus durchgehämmert oder ein einzelnes Gitarrenriff runtergeschraddelt. Led Zeppelin ist feinste Rockmusik zum Zuhören, mit einer großen Vielfalt und zahlreichen Stimmungswechseln. Opulente Gitarrensoli, mal psychodelisch mit Geigenbogen („Dazed And Confused“), mal virtuos in atemberaubender Geschwindigkeit („Heartbreaker“) ließen so Manchen extrovertiert abtanzen, den Anderen wieder in sich gekehrt im „Hippiestyle“ auf den Klängen schweben.

Unterstützt von einer professionell angepassten Lichtshow und einer gut frequentierten Nebelmaschine (wenn man schon sonst nichts mehr in geschlossenen Räumen rauchen darf) kam im Saal ein echtes Freiheitsgefühl der 60er- und 70er-Jahre auf. Das Outfit der Band in Schlaghose, freier (behaarter) Brust und für heutige Verhältnisse unmöglicher Farb- und Musterkombination sowie naturgewachsener Robert-Plant-Originalfrisur tat ein Übriges.

Fazit: Mission Led Zeppelin-Tribute in der Rockfabrik vollständig erfüllt!

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