Geilenkirchen: In den heißen Wochen an den Winter denken

Geilenkirchen: In den heißen Wochen an den Winter denken

In den heißesten Wochen des Jahres denkt Geilenkirchens Bürgermeister Thomas Fiedler an den Winter: Bei bis zu 30 Grad im Schatten saß der Verwaltungschef an seinem Schreibtisch und studierte die Streusalzpreise.

Wurden im vergangenen strengen Winter bis zu 180 Euro pro Tonne gezahlt, ist das begehrte Gut derzeit für 60 Euro die Tonne zu haben. Und für Fiedler steht fest: Jetzt wird gekauft. Waren es bislang 70 Tonnen, die die Stadt gelagert hatte, will Fiedler nach den Erfahrungen in den vergangenen Jahren die Salzvorräte auf mindestens 110 Tonnen erhöhen.

Warum nicht mehr? „Derzeit können wir das Salz günstig kaufen, aber die Lagerkosten sind dann zu hoch”, erklärt Fiedler die Jonglage zwischen Salzeinkauf und Lagerkapazitäten. Denn: Die Stadt Geilenkirchen hat ebenso wie viele andere Kommunen keine ausreichenden Lagerhallen für die Salzvorräte.

Werden unendlich große Salzmengen aufgekauft, müssen private Hallen angemietet werden. Und gibt es dann einen milden Winter und die Salzvorräte werden nicht verbraucht, steigen die Lagerkosten ins Uferlose. Deshalb ist Fiedler derzeit auf der Suche nach kostengünstigen und intelligente Lösungen. Am besten jetzt zum Festpreis bestellen und im Winter bei Bedarf liefern lassen. So werden die Lagerkosten gespart.

Apropos Salz: Während die Stadt dieses tonnenweise auf vereisten Straßen ausbreitet, ist dem Bürger dies bei seiner Räumpflicht strikt untersagt. Das ist nicht fair, denkt sich Fiedler und arbeitet an einer Änderung der Wintersatzung. Mit der derzeit gültigen sei der Bürger auch zu stark belastet.

Denn in den Straßen der Stadt, in denen die Stadt nicht räumt, muss der Anlieger nicht nur den Bürgersteig, sondern auch die Straße räumen. „Wir wollen für Bürger manchmal unzumutbare Reinigungspflichten zurücknehmen, das Haftungsrisiko für die Stadt aber nicht über Gebühr erhöhen”, sagt Fiedler. Eine neue Satzung wird er dem Haupt- und Finanzausschuss im Oktober vorlegen, im November beschäftigt sich der Stadtrat mit dem Thema. Und dann kann der Winter kommen.

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