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Verein Camino: Hospizbewegung blickt auf bewegte 25 Jahre zurück

Verein Camino : Hospizbewegung blickt auf bewegte 25 Jahre zurück

Die Ambulante Hospizbewegung Camino feiert ihr 25-jähriges Bestehen und blickt dabei auf ein ereignisreiches Vierteljahrhundert voller Tatkraft und problematischer Situationen zurück.

Mitglieder, Freunde, Förderer und Weggefährten feierten gemeinsam das 25-jährige Bestehen der Ambulanten Hospizbewegung Camino in der Bürgerhalle Würm. Die Feier eröffnete ein ökumenischer Gottesdienst mit Diakon Thomas Hoff. Den Gottesdienst zum Thema „Dankbarkeit“ hatte Irmgard Treuling gestaltet. Der Camino-Chor unter der Leitung von Angelika Iskam übernahm die musikalische Begleitung.

Schirmherr Dr. Stefan W. Knor stellte die Menschlichkeit bei palliativen Themen in den Mittelpunkt seiner Rede. Der Vereinsvorsitzende Franz-Josef Breukers ließ die Geschichte des Vereins, der manche Hürde zu überwinden hatte, Revue passieren. „Als engagierte Menschen sich im Jahr 1996 zusammensetzten, um diesen Verein zu gründen, gehörte schon viel Mut dazu, sich mit den Themen Sterben und Trauer auseinanderzusetzen,“ stellte Breukers im Rückblick fest.

Ursula Luthe-Rieken vom Caritasverband und Peter Bromkamp von der Regionalstelle in Heinsberg hatten damals die notwendigen Informationen über Hospizarbeit und Sterbebegleitung gesammelt, mögliche Interessenten und Bündnispartner angesprochen und die Idee so konkretisiert. Der „Hospizinitiativkreis“, eine Gruppe von engagierten und kompetenten Frauen und Männern, traf mit viel Elan und hoher Motivation die organisatorischen Vorbereitungen und fand weitere Kooperationspartner.

Im Jahr 1996 war die Hospizinitiative erstmals im Pfarrbüro in Havert erreichbar. Die ersten Ehrenamtler waren befähigt und einsatzbereit und ein Name war gefunden: „Hospizbewegung Camino“. Im Juni 1996 übernahm Camino Räume der evangelischen Gemeinde in Geilenkirchen, und im Oktober desselben Jahres wurde in der Gründungsversammlung eine Satzung verabschiedet und der erste Vorstand gewählt. Franz-Joef Breukers: „Auf dem weiteren Weg des Vereins gab es aber auch nach der Gründung oftmals viele Aufgaben und Probleme, die es zu bewältigen galt – das ist heute leider nicht anders.“ So war es im 15. Jahr des Vereinsbestehens sehr schwierig, eine neue Koordinatorin zu finden, ohne die ein Hospizverein nicht weiter Bestand haben darf. Und auch heute sucht der Verein eine zweite Koordinatorin mit einer Beschäftigung von 50 Prozent.

Auch war ein drastischer Rückgang von Hospizbegleitern zu verzeichnen, so dass der damalige Vorstand gezwungen war, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, in der die Auflösung des Vereins zur Diskussion stand. Zehn Mitglieder erklärten sich damals schließlich für eine Übergangsphase bis zum Frühjahr 2012 bereit, alle zusätzlichen Aufgaben auf sich aufzuteilen, damit Camino und seine Angebote weiter bestehen bleiben konnte.

Im November 2016 fand anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ein Benefizkonzert mit dem „Jungen Chor“ Hünshoven statt. Jedoch nur zwei Jahre später stand Camino wiederum kurz vor dem Aus. Zu viele Vorstandsmitglieder wollten aus den verschiedensten Gründen ihr Vorstandsmandat nicht weiter ausüben. Die Suche nach geeigneten Vorstandskandidaten verlief zunächst ohne größeren Erfolg. Doch bei der Mitgliederversammlung im März 2018 konnte kurz vor der Auflösung des Vereins doch noch ein neuer Vorstand gefunden werden, der auch heute noch fast in gleicher Besetzung den Verein führt. Franz-Josef Breukers: „Camino ist im Laufe der 25 Jahre stetig gewachsen. Unser Bekanntheitsgrad steigt. So haben wir im letzten Jahr mehr als 90 Mal unsere Unterstützung in Beratung und Begleitung lebensverkürzt erkrankter Menschen angeboten und durchgeführt. In diesem Jahr könnte diese Zahl weiter steigen.“

Jährlich befähigt der Verein in einem Kurs, der sich über sieben bis acht Monate erstreckt, neue Hospizbegleiter, die anschließend ihre Arbeit als ehrenamtliche Mitarbeiter in der Begleitung von Menschen am Lebensende aufnehmen. Die beiden monatlich stattfindenden Trauercafés in Übach-Palenberg und Geilenkirchen und der Trauerspaziergang sind fest etabliert und werden sehr gut besucht. Neu ist das Angebot der sonntäglichen Trauerwanderung, das seit Mai läuft. Der neu bestückte Trauerkoffer wird bei Trauerfällen von Grund- und weiterführenden Schulen entliehen. In diesem Jahr werden ehrenamtliche Mitarbeiter im Bereich „Hospiz macht Schule“ ausgebildet. Diese möchten dann ab 2023 mit Schülern der 3. und 4. Klassen über die Themen Krankheit, Sterben, Traurigsein und Trösten sprechen.

Der Camino-Vorsitzende Franz-Josef Breukers betonte: „Ich möchte allen engagierten Männern und Frauen der ersten Stunde einen herzlichen Dank aussprechen für ihren Mut und ihr Engagement. Ohne sie wäre Camino nie Wirklichkeit geworden. Genauso möchte ich mich bei allen bedanken, die, egal auf welche Art auch immer, in den letzten 25 Jahren für Camino ehrenamtlich tätig waren oder bis heute sind. Camino lebt durch Euch und bewirkt viel Gutes!“

Das weitere Programm des Tages gestalteten der Quartier-Chor, das Musikcorps Würm mit dem Musik-Korps St. Josef Teveren sowie der Square Dance Club „Silver Wings“.