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Geilenkirchen: Hoëckers humoristische Stärkung des Immunsystems

Geilenkirchen : Hoëckers humoristische Stärkung des Immunsystems

Herzhaft lachen ist erwiesenermaßen eine der besten Möglichkeiten, etwas für die Gesundheit zu tun, und Bernhard Hoëcker gab sich kürzlich in der Geilenkirchener Realschule alle Mühe, das Immunsystem der zahlreich erschienen Gäste kräftig zu stärken.

Der aus Film und Fernsehen, unter anderem durch „Switch reloaded“ und „Genial daneben“ bekannte 45-jährige Kabarettist, Schauspieler, Moderator, Schriftsteller und Comedy-Preisträger war mit seinem guten Freund Tobias Zimmermann angereist, der an jenem Abend die Technik betreute. „Bernhard ist vor allem neugierig“, verriet Zimmermann. „Ich bin gerne unterwegs — begehe Höhlen, wandere und liebe Geocaching. Zu Hause spiele ich Schlagzeug oder verschwende meine Zeit sinnlos im Internet“, plauderte Hoëcker. „Mein Traum wäre, ein Musik- oder Bandprojekt zu realisieren. Wahnsinnig gerne würde ich den Raoul im ‚Phantom der Oper‘ spielen — aber ob ich dafür wohl die passende Gesangsstimme habe?“, schmunzelte er augenzwinkernd.

Der mit seiner Familie in Bonn lebende Künstler freute sich, zum wiederholten Male in Geilenkirchen zu sein: „Ich liebe diese Ecke hier!“, gestand er, „und dazu hat mich der Veranstalter, die Rurtal Produktion, mit Geschnetzeltem empfangen, einem meiner Lieblingsgerichte — damit hat man sich direkt in mein Herz gekocht!“.

Gort Houben, Kulturamtsleiter der Stadt Geilenkirchen, und Roland Meintz, Pressesprecher der Volksbank Heinsberg, die das Kulturprogramm unterstützt, wünschten den Besuchern viel Spaß, und sogleich sprintete Hoëcker mit seinem bekannten Schalk im Nacken auf die Bühne und startete einen Großangriff auf das Zwerchfell seiner Fans.

Schon bei der Begrüßung bezog er das Publikum mit ein und verwandelte Zurufe in spontane Gags: „Was gibt’s denn hier alles in Geilenkirchen?“ Zuschauer: „Das Bischöfliche Gymnasium!“ „Oh, Du kannst das fehlerfrei aussprechen! Gemischte Klassen?“ „Ja.“ „Sündenpfuhl!“ Ungewöhnlich sodann seine Bitte an die Gäste, das Smartphone zu nutzen, um sich an einer Umfrage zu beteiligen: „Da erfährt man tolle Sachen, aber bitte nicht mehrmals mitmachen, sonst sehe ich, dass Sie eine gespaltene Persönlichkeit sind!“ Das Ergebnis: „Elf Prozent von Ihnen wissen nicht einmal, wo sie sind!“ Sie hatten bei der Frage: „Gefällt es Ihnen in Geilenkirchen?“ glatt „Geilenkirchen? Nie gehört!“ angekreuzt.

Auch die Frage: „Warum bist Du hier?“ bot einige Überraschungen: 20 Prozent machten ihr Häkchen bei „Bin Tourist“. Hoëcker fragte, woher sie denn kämen. „Aus Gangelt!“, schallte es aus der hintersten Reihe. Alle lachten. „Das muss ja ein lustiger Ort sein. Gibt‘s da etwa eine Psychiatrie?“ Noch mehr Gelächter. „Wann musst Du zurück? Wer ist sonst noch aus Gangelt? Das Pflegepersonal sitzt sicher weiter vorne!“

Trampen in Griechenland

Welche Konsequenzen das Missverstehen von Gesten oder Begriffen haben kann, erklärte er ebenso mit viel Witz: Während etwa „Daumen hoch“ hierzulande ein Lob ist, wird es in Griechenland als „Stinkefinger“ gedeutet. „Das hätte man mir sagen sollen, ehe ich dort getrampt bin!“, meinte Hoëcker verdrossen. „Und stellt Euch vor, Ihr habt einen Amerikaner zu Gast und wollt mit ihm zum ‚Public Viewing‘ gehen. In den USA meint man damit das öffentliche Aufbahren eines Verstorbenen! Wenn ihr dann noch bunte Klamotten anzieht, ist er irritiert.“

Aber auch mit interessanten Kurvenverläufen begeisterte er die Zuschauer, beispielsweise, dass sich der Käseverbrauch pro Kopf genauso entwickelt wie Todesfälle durch Einwickeln in Bettzeug. Plötzlich großer Lärm. „Was ist denn das?“ „Ein Awacs-Flugzeug!“ „Dass die uns so überwachen! Die hätten doch ’ne Karte kaufen können!“ „Ich habe übrigens Volkswirtschaft studiert, aber nach dem Vordiplom aufgehört. Damals hieß das ‚abgebrochen‘ — heute heißt das ‚Bachelor‘!“ Der Saal stand Kopf, die Leute lachten Tränen und Hoëcker gönnte ihnen keine Verschnaufpause.

So war es kein Wunder, dass er sich erst nach mehreren, unter Bravo-Rufen und stürmischem Beifall erklatschten Zugaben mit der beruhigenden Versicherung: „Ich werde gleich noch draußen stehen und meinen Körper zur Berührung zur Verfügung stellen!“ von der Bühne stehlen durfte. Mit der Aufforderung: „Geht ins Theater — live ist es besser als im TV!“ verabschiedete er sich schließlich von seinem restlos begeisterten Publikum.